Problematische Inhaltsstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln

Sie gelten als Kalorienbomben und enthalten häufig Zusatzstoffe: Gegenüber zuckerhaltigen Getränken, verarbeitetem Fleisch, industriell hergestellten Süßigkeiten und Backwaren mehren sich konkrete Bedenken.

Nicht nur das Nährstoffprofil ist problematisch

Die American Heart Association (AHA) weist darauf hin, dass Ernährungsweisen mit vielen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Getränken konsequent mit erhöhten Risiken für kardiometabolische Erkrankungen und erhöhter Mortalität in Verbindung gebracht werden. Klar ist: Diese Produkte sind kalorienreich, enthalten jede Menge gesättigte Fette, zugesetzten Zucker und Natrium.

Abgesehen davon könnten zusätzlich die Verarbeitung an sich und einzelne enthaltene Zusatzstoffe negative Effekte beisteuern. In hochverarbeiteten Lebensmitteln („ultraprocessed food“) stecken oft Substanzen ohne „kulinarischen Nutzen“ und ohne Haltbarkeitsvorteile, die dem Kunden das Produkt einfach nur schmackhafter machen sollen. Damit fördern sie unter anderem einen Überkonsum.

Neue konkrete Vermutungen

Konkret besteht der Verdacht, dass bei Verarbeitungsprozessen unter Hochtemperaturen schädliche Verbindungen entstehen, woraufhin Bisphenole, Phthalate und Mikroplastik von Verpackungen auf Lebensmittel übergehen können. Die Autoren einer Studie zu Carboxymethylcellulose vermuteten, dass der Emulgator das Mikrobiom und Metabolom im menschlichen Magen-Darm-Trakt verändert. Sie sehen darin sogar eine mögliche Erklärung für die Zunahme chronisch-entzündlicher Erkrankungen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) zieht einen Stopp für die Verwendung synthetischer Lebensmittelfarbstoffe in Erwägung.

Die AHA besinnt sich angesichts dieser Diskussionen auf die altbekannte Empfehlung zurück, den Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren und stattdessen Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Pflanzenöle, Meeresfrüchte, fettarme Milchprodukte sowie mageres Geflügel und Fleisch zu essen. Das ist nicht neu, aber deswegen nicht weniger richtig.

Auch das Team der Arbeitsgruppe „(Stark) verarbeitete Lebensmittel“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) kommt durch ihre Analyse verschiedener Studien zu dem Ergebnis: Erwachsene, die viele stark verarbeitete Lebensmittel konsumieren, haben wahrscheinlich ein höheres Risiko für Übergewicht, Adipositas, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zum Glück hat jeder die Wahl: Letztendlich liegt die Entscheidung, was auf den Teller kommt, immer beim Konsumenten, nicht bei den Herstellern oder der Politik.

Quelle

Anderer S. Ultraprocessed Foods and Cardiometabolic Health—New Report on a “Growing Public Health Challenge”. JAMA. 2025;334(14):1218–1220. doi:10.1001/jama.2025.15322.

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