Aktualisierte STIKO-Empfehlung: Meningokokken-Impfung

Die STIKO empfiehlt neu die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Die Empfehlung zur monovalenten Impfung gegen Meningokokken C bei Kleinkindern entfällt, während diejenige gegen Meningokokken B bei jungen Säuglingen bestehen bleibt.

Selten, aber gefährlich

Invasive Meningokokken-Erkrankungen sind selten, aber extrem gefährlich, erklärte Dr. Franziska Schaaff, Eckental beim Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025.

Das klinische Bild ist sehr variabel und die Erkrankung ist im Frühstadium oft kaum von häufigen banalen Erkrankungen zu unterscheiden. Die typische Symptom-Trias – Petechien, Fieber, Nackensteifigkeit – sehe man am Anfang häufig nicht. Die Erkrankung geht mit einer hohen Letalität (etwa 10 %) und dem Risiko für Langzeitfolgen (etwa 20 %) einher.

Seit dem Jahr 2001 besteht Meldepflicht für Meningokokken-Infektionen. Nach der COVID-19-Pandemie zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen und es treten vermehrt Infektion mit Meningokokken vom Stamm Y auf, insbesondere bei Jugendlichen ist dieser Stamm gehäuft vertreten.

Neue Impfempfehlung für Jugendliche

Die STIKO empfiehlt neu für alle älteren Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y mit einem quadrivalenten Konjugatimpfstoff als Standardimpfung. Die Impfung kann bei der J1-Untersuchung im Alter von 12 bis 14 Jahren zeitgleich mit anderen empfohlenen Impfungen für diese Altersgruppe erfolgen.

Ziel ist die Reduktion der Krankheitslast durch invasive Meningokokken-Erkrankungen mit den genannten Stämmen. Infolge sollten auch daraus resultierende Folgen wie Hospitalisierung, schwere Krankheitskomplikationen, Behinderung und Todesfälle zurückgehen. Sekundäres Impfziel ist die Reduktion der Besiedlung mit Meningokokken dieser Serogruppen. Denn aufgrund der potenziell schweren Symptomatik, möglicher Folgeschäden und der hohen Letalität hat die Reduktion von invasiven Meningokokken-Erkrankungen trotz ihrer Seltenheit eine hohe Bedeutung für die Bevölkerung, so die STIKO.

Keine Impfempfehlung für Kleinkinder

Aufgrund der Seltenheit von invasiven Erkrankungen durch die Stämme A, C, W und Y bei Kleinkindern wird für diese Gruppe aktuell keine generelle Impfung empfohlen.

Aufgrund des deutlichen Rückgangs von invasiven Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppe C entfällt die bisherige STIKO-Empfehlung zur monovalenten Impfung im Alter von 12 Monaten, einschließlich der bislang empfohlenen Nachholimpfungen.

Die Indikationsimpfempfehlung für gesundheitlich gefährdete Personen, einschließlich Säuglingen und Kleinkindern mit angeborener oder erworbener Immundefizienz, bleibt bestehen. Ebenfalls bestehen bleibt die seit 2024 empfohlene Standardimpfung von jungen Säuglingen gegen Meningokokken B, da diese Serogruppe derzeit das höchste Erkrankungsrisiko im frühen Kindesalter verursacht.

Quelle

STIKO. Epidemiologisches Bulletin 44/2025, 30. Oktober 2025 (PDF).

STIKO. Pressemitteilung der STIKO zur neuen Empfehlung der Meningokokken-Impfung. Einführung einer MenACWY-Standardimpfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren und Entfall der MenC-Impfung im Kleinkindalter. 30. Oktober 2025.

Dr. Franziska Schaaff. Meningokokken und Pertussis – Neueste Impfempfehlungen, Strategien und epidemiologische Entwicklungen. Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025.

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