Im Schlaf ordnet das Gehirn, was es tagsüber gelernt hat. Damit es Informationen effektiv abspeichern kann, braucht es die richtige Atmung.
Gut schlafen für Gesundheit und Gedächtnis
In der Schlafanalyse spiegeln sich unbewusste kleine Wahrnehmungen wider, etwa in den EEG-Wellen, erläuterte Prof. Dr. Andrea Rodenbeck, Göttingen, in der Online-Pressekonferenz im Vorfeld der 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).
Das Gehirn arbeitet also auf Hochtouren, während wir schlafen. Doch was macht es da genau? Dr. Thomas Schreiner, München, erklärte das Phänomen der sogenannten Gedächtnisreaktivierung so: Die Spuren, die tagsüber im Gedächtnis entstehen, werden im Schlaf als ständige Wiederholungsschleife im Gehirn abgespielt. Es existiert ein direkter Zusammenhang zwischen bestimmten schlafbezogenen Hirnaktivitätsmustern und der Reaktivierung von Erinnerungen im Schlaf.
Atmung und Gehirn arbeiten enger zusammen als lange gedacht.“
Damit diese Wiederholungen stattfinden und uns die Erinnerungen dadurch dauerhaft zur Verfügung stehen, braucht unser Gedächtnis stabilisierenden Schlaf. Denn mit gesunden Schlafphasen geht ein präzises zeitliches Gerüst unter dem Zusammenspiel neuronaler Rhythmen einher. Die Atmung fungiert dabei als Taktgeber. Einfach gesagt: Wie gut wir im Schlaf atmen, entscheidet über unsere Gedächtnisleistung.
Erklärung für altersbedingte Gedächtnisverluste?
Schreiner betonte den Einfluss der Atmung auf die Qualität der Schlafrhythmen und den Informationsaustausch verschiedener Gehirnareale. Die Atmung gibt vor, wann das Gehirn besonders empfänglich für Gedächtnisprozesse ist und wie effektiv diese ablaufen.
Eines seiner Forschungsthemen ist die Frage, was passiert, wenn die Atmung ihre Taktgeberfunktion nicht mehr erfüllen kann. Da im Alter schlafbezogene Atmungs- und Bewegungsstörungen zunehmen, könnte es einen Zusammenhang zwischen diesen und einer nachlassender Gedächtnisfunktion geben. Ziel ist, neue Wege zu finden, die das Gedächtnis im Schlaf stärken können – und natürlich, einen besseren Schlaf zu erreichen.
Quelle
Prof. Dr. rer. nat. Andrea Rodenbeck. Göttingen. „Kleine Wahrnehmung – Große Welle“: ein Spiegel der Schlafmedizin. Dr. Thomas Schreiner, München. Gedächtnisstärkung im Schlaf – das Atmen nicht vergessen. Online-Pressekonferenz anlässlich der 33. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) am 24. November 2025.
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