Neurodermitis-Patienten mit erhöhtem Akne-Risiko unter JAK-Inhibitoren?

In einer aktuellen Studie wurden Upadacitinib oder Abrocitinib hinsichtlich ihres Akne-Risikos untersucht. Verglichen wurden die JAK-Inhibitoren mit Dupilumab oder Tralokinumab bei Neurodermitis-Patienten.

Höheres Risiko unter JAK-Inhibitoren

Klinische Studien haben ein erhöhtes Risiko für Akne bei Erwachsenen mit atopischer Dermatitis (Neurodermitis) unter Januskinase(JAK)-Inhibitoren gezeigt, dessen Ausmaß in der klinischen Praxis noch nicht bestimmt wurde. In einer früheren Studie trat Akne als generelle Nebenwirkung der Wirkstoffgruppe auf, jedoch nicht bei jedem Wirkstoff gleich stark. Allerdings hatten Patienten, die wegen einer dermatologischen Grunderkrankung behandelt wurden, ein höheres Risiko für Akne als Nebenwirkung als Patienten mit beispielsweise einer rheumatischen Krankheit.

In einer aktuellen Kohortenstudie sollte nun untersucht werden, wie hoch das Risiko im Vergleich zu Patienten ist, die statt eines JAK-Inhibitors Dupilumab oder Tralokinumab erhielten. In der Originalstudie werden diese als „Th2 cytokine inhibitor“ bezeichnet. Hierzulande ist der Begriff nicht gebräuchlich, wobei unter Th2-Zytokine unter anderem die Interleukine IL-4 und IL-13 fallen, die durch die oben genannten Wirkstoffe gehemmt werden.

Risiko innerhalb der Wirkstoffgruppen vergleichbar

Eingeschlossen wurden Patienten über 18 Jahre mit atopischer Dermatitis, die eine Therapie mit Upadacitinib oder Abrocitinib (JAK-Inhibitoren) oder Dupilumab oder Tralokinumab begannen.

2744 Patienten nahmen einen JAK-Inhibitor ein, 27.440 erhielten Dupilumab oder Tralokinumab. Die Patientengruppen wurden in einem zweistufigen Matchingverfahren (zuerst 1:10 risikobasiert; darauffolgend 1:2 Propensity Score Matching) verglichen. Die Gruppen wurde nach Geschlecht und Altersgruppen stratifiziert und maximal 180 Tage nachbeobachtet.

Das 6-Monats-Risiko für Akne betrug 4,93 % (134 von 2718) unter JAK-Inhibitoren und 1,96 % (106 von 5404) unter Dupilumab oder Tralokinumab. Frauen waren stärker betroffen als Männer und die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko waren 25- bis 30-Jährige. Insgesamt war das 6-Monats-Risiko für Akne unter JAK-Inhibitoren in allen Subgruppen erhöht.

Keine signifikanten Unterschiede gab es in der vorliegenden Studie innerhalb der Wirkstoffgruppen. Besonders erhöht war aber das Risiko nach einem Wechsel von Dupilumab auf einen JAK-Inhibitor (Risk-Ratio 3,81).

Die Autoren resümieren, dass sich auch in dieser Kohortenstudie ein erhöhtes Risiko für Akne unter einer Therapie der atopischen Dermatitis mit einem JAK-Inhibitor fand (jedoch nicht für Follikulitis oder Rosazea). Einschränkend ist festzuhalten, dass für die Studie keine Daten zur Anwendung hochdosierter JAK-Inhibitoren oder zum Schweregrad der atopischen Dermatitis vorlagen. Ärzte und Patienten sollten Akne als Nebenwirkung beim Beginn einer niedrig dosierten Therapie mit JAK-Inhibitoren bedenken.

Quelle

Schneeweiss MC, et al. Risk of Acne in Patients With Atopic Dermatitis Starting a JAK Inhibitor vs Th2 Cytokine Inhibitor. JAMA Dermatol. 2026;162(3):313-316. doi: 10.1001/jamadermatol.2025.5443.

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