Mehrere Studien legen nahe, dass unter der Behandlung mit Januskinase(JAK)-Hemmern Akne auftreten kann. Scheinbar sind jedoch nicht alle Patienten und Wirkstoffe gleichermaßen betroffen.
Breite Einsatzgebiete für JAK-Inhibitoren
JAK-Hemmer wie Baricitinib, Tofacitinib oder Upadacitinib werden mittlerweile in zahlreichen Indikationen eingesetzt. Dazu zählen unter anderem rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis, Colitis ulcerosa, Neurodermitis und Alopecia areata.
Aktuell sind vier JAK-Proteine bekannt: JAK1, JAK2, JAK3 und TYK2, die nicht von allen Wirkstoffen gleichermaßen gehemmt werden. So gibt es Inhibitoren der einzelnen Kinasen, kombinierte JAK1/JAK2-Hemmer und Pan-JAK-Inhibitoren.
JAK-Inhibitoren sind eine effektive Behandlungsoption bei entzündlichen Erkrankungen, gehen aber mit Nebenwirkungen einher. Eine davon, die regelmäßig beschrieben wird, ist Akne. Wie häufig diese auftritt, ist jedoch nicht geklärt. In einem aktuellen Review mit Metaanalyse sollte diese Frage entsprechend geklärt werden. Überdies sollte dieser Aufschluss darüber geben, ob es Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirkstoffen gibt und ob die behandelte Grunderkrankung für das Auftreten der Akne eine Rolle spielt.
Akne als belastende Nebenwirkung
In die Analyse wurden 25 Studien mit 10.839 Patienten eingeschlossen. Diese hatten verschiedene Grunderkrankungen und nahmen unterschiedliche JAK-Inhibitoren ein. Die Kontrollgruppen erhielten jeweils Placebo.
Bei 467 Patienten (6,2%) unter JAK-Hemmern trat Akne auf, aber nur bei 44 Patienten aus den Kontrollgruppen (1,3%) (gepooltes Odds-Ratio 3,83). Besonders betroffen waren folgende Wirkstoffe (erhöhtes Odds-Ratio):
- Abrocitinib (13,47)
- Baricitinib (4,96)
- Upadacitinib (4,79)
- Deucravacitinib (2,64)
- Deuruxolitinib (3,30)
In einer Subgruppenanalyse zeigte sich außerdem, dass Patienten, die wegen einer dermatologischen Grunderkrankung behandelt wurden, ein höheres Risiko für Akne als Nebenwirkung hatten als Patienten mit beispielsweise einer rheumatischen Krankheit. Überdies schien das Risiko unter Pan-JAK-Inhibitoren und spezifischen JAK3-Hemmern nicht erhöht. Alter und Geschlecht spielten wiederum keine Rolle.
Nun müsse in weiteren Studien geklärt werden, welcher Mechanismus der Entstehung der Akne unter JAK-Inhibitoren zugrunde liegt, so die Autoren. Zudem weisen sie auf das Problem hin, dass Akne als Nebenwirkung einen hohen Leidensdruck verursacht und so die Adhärenz der Patienten zur Therapie schwinden könnte. Somit müssen neue, optimierte Therapiestrategien entwickelt werden.
Quelle
Martinez J, et al. Janus Kinase Inhibitors and Adverse Events of Acne – A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Dermatol 2023, Published online October 18; doi:10.1001/jamadermatol.2023.3830.