Elinzanetant, zweiter Neurokinin-Rezeptorantagonist bei Wechseljahresbeschwerden

Nach Fezolinetant wurde jüngst ein weiterer Neurokinin-Rezeptorantagonist zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zugelassen.

Bedarf ist vorhanden

60 bis 80% der Frauen in den Wechseljahren kennen vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen und Schlafstörungen. Klassische Therapieoption ist eine Hormonersatztherapie, außerdem sind Off-Label-Anwendungen von Antidepressiva, Antikonvulsiva und Anticholinergika gängig. Mit Fezolinetant kam 2023 erstmalig ein oraler Neurokinin-Rezeptorantagonist zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer vasomotorischer Symptome in der Postmenopause auf den Markt.

Ansatzpunkt ist eine Hypertrophie und Hyperaktivität der KNDy-Neuronen sowie eine Überexpression von Neurotransmittern, die im Zusammenhang mit dem sinkenden Östrogenspiegel auftreten und für die Störung der Thermoregulation verantwortlich gemacht werden. NK-1-Rezeptoren spielen vermutlich ebenfalls eine Rolle bei peripherer Vasodilatation und primärer Schlaflosigkeit.

Dual statt nur NK-3

Nun folgt Elinzanetant, das nicht nur einen Rezeptor adressiert, sondern als duale Neurokinin-gezielte Therapie gegenüber NK-1 und NK-3 fungiert. Der Wirkstoff erreichte in den zulassungsrelevanten OASIS-Studien positive Ergebnisse.

In den Phase-III-Studien OASIS-1 und OASIS-2 zeigte Elinzanetant über 14 Wochen statistisch signifikante Effekte hinsichtlich Häufigkeit und Schweregrad von mittelschweren bis schweren Symptomen. In der anschließenden randomisierten, Placebo-kontrollierten klinischen Phase-III-Studie OASIS-3 erhielten 628 postmenopausale Frauen für 52 Wochen Elinzanetant und wurden ein halbes Jahr nachbeobachtet. Der Wirkstoff senkte auch hier die Häufigkeit täglicher moderater bis schwerer vasomotorischer Symptome nach zwölf Wochen im Vergleich zu Placebo signifikant. Darüber hinaus ergaben sich bei der Datenanalyse numerische Vorteile bei der Verbesserung der Häufigkeit und Schwere der Beschwerden über 50 Wochen sowie bezüglich Schlafstörungen und Lebensqualität über 52 Wochen. Als behandlungsbedingte Nebenwirkungen traten hauptsächlich Schläfrigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen auf.

Bestätigt und zugelassen

Damit ist auch dieser Wirkstoff eine vielversprechende Option mit günstigem Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil für Frauen in der Postmenopause. Die EU-Zulassung erfolgte im November 2025.

Quelle

Panay N, Joffe H, Maki PM, et al. Elinzanetant for the Treatment of Vasomotor Symptoms Associated With Menopause: A Phase 3 Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med. 2025;185(11):1319–1327. doi:10.1001/jamainternmed.2025.4421.

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