Die gute Nachricht aus dem Deutschen Herzbericht 2025: Es sterben weniger Menschen an der koronaren Herzkrankheit als noch vor einigen Jahren. Aber die Volkskrankheit ist Ursache für die meisten Krankenhausbehandlungen und bedeutet ein großes Risiko für die Betroffenen.
Herausforderung KHK
Die koronare Herzkrankheit (KHK) betrifft rund 4,7 Millionen Menschen in Deutschland, so die Bilanz aus dem Deutschen Herzbericht – Update 2025. Die jährliche Standortbestimmung der Herzmedizin wurde am 11. September vorgestellt und setzt diesmal einen inhaltlichen Schwerpunkt auf diese Erkrankung. Denn nach wie vor ist trotz Fortschritten in der Therapie die Krankheitslast hoch, die KHK der führende Anlass für eine Krankenhausbehandlung in Deutschland und eine der häufigsten Todesursachen. Zudem schneiden die hiesigen Mortalitätsraten im europäischen Vergleich deutlich ab.
Infolge der Verengung von Herzkranzgefäßen durch Ablagerungen (Plaques) entsteht bei der KHK eine unzureichende Versorgung des Herzens. Atemnot, Angina pectoris oder Herzinfarkt sind die Folgen. Auch Herzinsuffizienz und der plötzliche Herztod resultieren in den meisten Fällen aus der KHK.
Die KHK verliert auch durch rückläufige Sterberaten nichts an ihrer Bedrohlichkeit. Entscheidend ist, Risikofaktoren frühzeitig konsequent zu behandeln.“
(Prof. Holger Thiele, Leipzig)
Die Big Five therapieren!
Die wirksamste KHK-Prävention setzt an den zentralen Risikofaktoren arterielle Hypertonie, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus sowie Adipositas und Rauchen an. Die aktuellen Daten zeigen: Mit Ausnahme der Raucher ist der Anteil von Patienten, die diese sogenannten Big Five aufwiesen, im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
Neben Lebensstilmaßnahmen, die Bewegung, Ernährung, Gewichtsabnahme und Rauchverzicht beinhalten, kommt der entsprechenden Medikation eine besondere Bedeutung zu. Eine gute medizinische Einstellung von Patienten mit Bluthochdruck, erhöhten Cholesterolwerten, Diabetes und Herzinsuffizienz senkt deutlich deren KHK-Risiko. Prävention ist laut Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Hamburg-Eppendorf, das wichtigste Werkzeug, um die hohe Sterblichkeit durch KHK nachhaltig zu senken:
Wenn es gelingt, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes und das Rauchen konsequent einzudämmen, ist mehr für die Herzgesundheit erreicht, als wenn wir erst nach dem Auftreten von Herzkrankheiten mit der Behandlung beginnen.“
Jung und Alt optimal betreuen
Prof. Dr. Ulrike Herberg, Aachen, ergänzte, dass Prävention so früh wie möglich erfolgen sollte. Schon im Kindesalter lässt sich beispielsweise eine familiäre Hypercholesterolämie als wichtiger Risikofaktor diagnostizieren.
Die therapeutischen Möglichkeiten sind im Übrigen durch ein höheres Alter nicht signifikant eingeschränkt. Dank moderner interventioneller Verfahren gelingt auch für ältere Betroffene mit KHK und Herzinfarkt eine gute Behandlung. Die Experten betonten außerdem die positiven Effekte einer kardiologischen Reha, die leider viel zu selten in Anspruch genommen werde.
Ein „Riesenproblem“ ist laut der Herzspezialisten die fehlende Adhärenz zur Medikation. Auch im Rahmen der Sekundärprävention besitzt die Pharmakotherapie eine große Bedeutung.
Quelle
Der Deutsche Herzbericht – Update 2025 wird von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), für Kinderkardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) und für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) alljährlich herausgegeben. Infos und ePaper: www.herzstiftung.de/herzbericht
Deutsche Herzstiftung, DGK, DGTHG, DGPK und DGPR. Pressekonferenz zur Präsentation des Deutschen Herzberichts – Update 2024 am 11. September 2025.
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