Kontinuierliches Glucosemonitoring (CGM) findet mittlerweile häufig Anwendung bei Typ-1-Diabetikern. Wenig etabliert ist es bei Menschen mit nichtinsulinpflichtigem Diabetes. Ob diese überhaupt davon profitieren, sollte eine aktuelle Untersuchung zeigen.
CGM bei insulinpflichtigem Diabetes
Die Blutzuckermessung zur Optimierung der Glukosekontrolle ist Standard in der Selbstversorgung von Typ-1-Diabetikern. Auch bei Typ-2-Diabetes bietet eine regelmäßige Messung Vorteile. Die traditionelle Methode der Fingerpunktion ist wenig praktisch und bietet nur begrenzte zeitliche Einblicke. Geräte zum kontinuierlichem Glucosemonitoring liefern kontinuierliche Messungen des subkutanen interstitiellen Glukosespiegels und ermöglichen so ein umfassendes Bild des Blutzuckerspiegels einschließlich Mustern und Schwankungen.
Das CGM, teilweise auch gekoppelt mit einer automatischen Insulindosierung (automated insulin delivery [AID]), hat mittlerweile einen festen Platz in der Therapie des Typ-1-Diabetes. Auch insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker scheinen von solchen Systemen zu profitieren. Nicht klar ist bisher, ob sich ein kontinuierliches Glucosemonitoring auch für Typ-2-Diabetiker lohnt, die kein Insulin anwenden.
CGM für nichtinsulinpflichtige Typ-2-Diabetiker
In einer aktuellen Publikation wurde in mehreren Schritten der Nutzen eines kontinuierlichen Glucosemonitorings analysiert. Zunächst gingen in einen narrativen Review die Daten von insulinpflichtigen und nichtinsulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern aus Beobachtungsstudien und randomisierten kontrollierten Studien ein. Im anschließenden Review mit Metaanalyse wurden nur die Daten von nichtinsulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern ausgewertet.
Bessere Blutzuckerkontrolle unter CGM
In der gemischten Population zeigte sich bereits der Nutzen des CGM bei gleichzeitiger Kosteneffizienz. Es wurden überdies seltener weitere Leistungen des Gesundheitswesens in Anspruch genommen. In die anschließende Metaanalyse aus randomisierten kontrollierten Studien wurden acht Studien mit 541 nichtinsulinpflichtigen Typ-2-Diabetikern eingeschlossen, von denen 297 unter CGM standen. CGM war im Vergleich zu Standardmessung/Standardbehandlung mit einem signifikant reduzierten HbA1c-Wert verbunden. Die Patienten hatten zudem eine längere Zeit lang einen Blutzuckerspiegel im Normbereich und kürzere Episoden oberhalb.
Positive Aspekte neben verbesserter Blutzuckerkontrolle
Insgesamt zeigten sich auch weitere Vorteile und weniger Besuche in der Notaufnahme. Einige Studien belegten außerdem, dass Patienten unter CGM häufiger ihren Lebensstil positiv veränderten, beispielsweise mehr Sport trieben. Darüber hinaus hatten die Patienten häufiger ein besseres Wissen über ihre Erkrankung und waren zufriedener mit der Behandlung.
Die Autoren resümieren, dass das CGM auch bei nicht mit Insulin behandelten Patienten die Blutzuckerkontrolle verbessert. Insbesondere für Patienten mit suboptimaler Blutzuckerkontrolle sollte CGM in Betracht gezogen werden, um die Blutzuckerkontrolle zu verbessern und die Zufriedenheit zu steigern. Es kann auch erwogen werden, um Verhaltensänderungen im Ernährungsmanagement und bei körperlicher Aktivität zu bewirken sowie diabetische Entgleisungen und daraus resultierende Krankenhausaufenthalte zu verringern. Bei der Entscheidung sollten individuelle Präferenzen sowie Kosten beziehungsweise die Kostenübernahme berücksichtigt werden.
Quelle
Aronson A, et al. Continuous glucose monitoring in noninsulin-treated type 2 diabetes: A critical review of reported trials with an updated systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Diabetes Obes Metab 2025, doi: 10.1111/dom.70008. Online ahead of print.
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