Schützen Vitamin-D-Präparate vor Atemwegsinfektionen? Eine neue Metaanalyse bestätigt frühere Erkenntnisse und führt zu der Antwort: Vermutlich, aber in geringem Maße.
Frühere Studienergebnisse
Laborstudien ergaben: Vitamin-D-Metaboliten unterstützen die angeborene Immunantwort auf Atemwegsviren. Außerdem zeigten Beobachtungsstudien, dass niedrige Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D (25[OH]D) mit einem erhöhten Risiko für solche Infekte zusammenhängen. Also einfach supplementieren? Im Jahr 2017 ergab eine Metaanalyse eine protektive Wirkung einer Vitamin-D-Supplementierung im Vergleich zu Placebo. Dabei profitierten insbesondere Teilnehmer mit vormals niedrigem Vitaminstatus unter <25 nmol/l. 2021 folgte eine weitere Metaanalyse aus 37 randomisierten kontrollierten Studien (RCT) mit dem Ergebnis einer geringen Risikominimierung.
Mittlerweile liegen hierzu weitere Daten vor. In einer aktuellen Studie wurden insgesamt 46 RCT aus 23 Ländern mit nun insgesamt 75541 Teilnehmern ausgewertet..
Ein klares Vielleicht
Der primäre Vergleich ergab für die Verumgruppe signifikant weniger Atemwegsinfekte (61,3 % versus 62,3%). Anders als in der früheren Analyse gab es keinen signifikanten Unterschied bei niedrigen Baseline-25(OH)D-Spiegeln. Für Kinder im Alter zwischen einem und 15 Jahren dagegen konnte eine signifikante Wirkung gezeigt werden. Darüber hinaus waren nur Tagesdosen effektiv, im Gegensatz zu wöchentlichen, monatlichen oder dreimonatlichen Gaben. Das galt allerdings nur für tägliche Dosen zwischen 400 und 1000 Internationalen Einheiten (I.E.). Ein Schutzwirkung ergab sich für Supplementationsdauer für bis zu 12 Monate, jedoch nicht für längere Einnahmezeiträume.
Die Studienautoren beschreiben sehr heterogene Ergebnisse. Ob das zu einer eventuellen Fehleinschätzung zugunsten oder zulasten der Wirkung führte, bleibt offen. Es scheint so, dass Einnahmehäufigkeit, Dosis und Dauer der Supplementierung die Unterschiede für deren Wirksamkeit ausmachen. Mit diesen Einschränkungen, zusammengenommen mit der eher geringen Ausprägung der beobachteten Schutzwirkung, bleibt der Nutzen einer solchen Nahrungsergänzung fraglich.
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Quelle
Jolliffe DA, et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: systematic review and meta-analysis of stratified aggregate data. Lancet Diabetes Endocrinol 2025;13(4):307–20. https://www.thelancet.com/journals/landia/article/PIIS2213-8587(24)00348-6/fulltext.
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