Link zum Beitrag

Doppelt geschützt: Corona und Grippe gemeinsam impfen

Menschen verschiedener Risikogruppen wird neben der jährlichen Grippeimpfung auch eine jährliche Auffrischungsimpfung gegen das SARS-Coronavirus 2 empfohlen. In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde nun untersucht, ob die Applikation der Corona- und Grippeimpfungen am selben Tag hinsichtlich auftretender Impfreaktionen sicher ist.

COVID-19: jährliche Auffrischungsimpfung erforderlich?

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren sowie Kindern ab 6 Monaten mit Grunderkrankungen eine Basisimmunität gegen SARS-CoV-2. Als basisimmun zählt, wer mindestens drei Antigenkontakte (Impfung oder Infektion) hatte, wobei mindestens ein Kontakt durch eine Impfung erfolgt sein sollte.

Eine jährliche Auffrischungsimpfung gegen SARS-CoV-2 wird wie bei der Grippeimpfung Menschen ab 60 Jahren und weiteren vulnerablen Personengruppen (gesunde Schwangere ausgeschlossen) empfohlen. Gesunde Personen mit Basisimmunität benötigen sie nicht.

Da liegt die Überlegung nahe, die Impfungen gegen Grippe und COVID-19 zusammen durchzuführen. Die Frage, die bleibt: Gehen Impfungen am gleichen Tag mit mehr Impfreaktionen einher oder ist die Durchführung sicher?

US-Studie zu Impfreaktionen bei gemeinsamen Impfungen

Wissenschaftler aus den USA untersuchten diese Frage anhand einer randomisierten kontrollierten Studie. Eingeschlossen wurden dazu Teilnehmer ab fünf Jahren. Beim ersten Arztbesuch erhielten sie einen mRNA-basierten COVID-19-Impfstoff und einen Hühnerprotein-basierten tetravalenten Grippeimpfstoff oder Placebo. Beim zweiten Arztbesuch – ein bis zwei Wochen später – erhielten die Teilnehmer, die beim ersten Besuch das Placebo erhalten haben, die Grippeimpfung mit dem tetravalenten Impfstoff. Die Teilnehmer, die beim ersten Besuch den Grippeimpfstoff erhalten hatten, erhielten nun Placebo.
Primärer Studienendpunkt war das Auftreten von Fieber, Schüttelfrost, Myalgie und/oder Arthralgie vom Grad zwei bis vier an Tag eins bis sieben nach dem ersten und/oder zweiten Arztbesuch.

Beide Impfintervalle sicher

169 Studienteilnehmer erhielten die Grippe- und COVID-19-Impfung gemeinsam (simultane Gruppe), 166 mit ein bis zwei Wochen Abstand (sequenzielle Gruppe).
Der primäre Studienendpunkt trat bei rund 26% der Teilnehmer der simultanen Gruppe und bei 31% der Teilnehmer der sequenziellen Gruppe auf. Eine statistische Über- oder Unterlegenheit einer der beiden Impfintervalle wurde nicht gezeigt. Subanalysen für Reaktionen nach dem ersten Arztbesuch zeigten, dass bei etwa 24% der simultanen und 28% der sequenziellen Gruppe Impfreaktionen auftraten. Nach dem zweiten Arztbesuch lagen die Werte bei 3% und 5%.

In der Studie zeigten sich sowohl die simultane als auch die sequenzielle Impfung sicher. Eine gemeinsame Impfung ist daher eine gute Option, um die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung zu erhöhen und die Übertragung von Influenza- und SARS-CoV-2-Viren zu vermindern.

Quellen

Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 2/2024 vom 11. Januar 2024.
Walter EB, et al. Safety of simultaneous vs sequential mRNA COVID-19 and inactivated influenza vaccines: a randomized clinical trial. JAMA Netw Open 2024;7(11):e2443166.

Bildquelle

peterschreiber.media – stock.adobe.com