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Der Parkinson-Erkrankung davonschlafen?

Die Forschung rund um Morbus Parkinson läuft auf Hochtouren. Welche Maßnahmen können Symptome reduzieren? Und wie lässt sich die Erkrankung verhindern? Gut schlafen ist ein Schlüssel für beides.

Gehirn aufräumen im Schlaf

Noch ist eine Heilung der Parkinson-Erkrankung nicht möglich. Aktuelle Forschungsprojekte konzentrieren sich daher auf zwei Aspekte: die Lebensqualität für Erkrankte zu verbessern und ein Ausbrechen der Krankheit zu verhindern. Für letztgenanntes Ziel gibt es eine neue Erkenntnis: Schlaf ist ein wichtiger Faktor für die Parkinson-Prävention.

Denn im Zuge neurodegenerativer Erkrankungen sind Stoffwechselabfälle von Bedeutung, genauer gesagt Ablagerungen molekular fehlgefalteter Proteine, bei Morbus Parkinson beispielsweise das Alpha-Synuclein. Im Idealfall entfernt das sogenannte gliale lymphatische System, in seiner Funktion als eine Art Entsorgungssystem für zelluläre Abfallprodukte, solche Proteine aus dem Gehirn. Nicht so bei neurodegenerativen Erkrankungen: Hier findet das Aufräumen von Proteinen vermutlich eingeschränkt statt, allenfalls während des Nicht-REM-Schlafs.

Neuronen fördern Reinigung

Wie Forscher in einer Studie herausfanden, synchronisieren neuronale Netze für die Selbstreinigungsmechanismen relevante Signale. Konkret entstehen dabei rhythmische, sich verstärkende, hochenergetische Ionenwellen, die den glymphatischen Fluss in Gang bringen.

Hoffnung machen experimentelle transkranielle Stimulationen, die mithilfe von Optogenetik, also der Kontrolle zellulärer Aktivität mit Licht, diese Ionenwellen und den Fluss interstitieller Flüssigkeit verstärken konnten. Daraus ableitend könnten sich neue Ansatzpunkte für die Parkinson-Prävention und -therapie ergeben.

Schlaf ist ein wichtiger, aber oftmals unterschätzter Faktor, um Gehirn und Nerven gesund zu halten.

Wechselwirkungen Parkinson und Schlaf

Dass es zwischen Parkinson-Erkrankungen und Schlafstörungen einen Zusammenhang gibt, ist schon länger bekannt. Je ausgeprägter Schlafstörungen vorliegen, die im Übrigen zu den gängigen Symptomen zählen, desto schlechter ist oft die körperliche Symptomatik. Typisch bei Morbus Parkinson sind Ein- und Durchschlafstörungen, eine erhöhte Tagesschläfrigkeit und Traum-Schlaf-Verhaltensstörungen mit lebhaften Bewegungen von Armen und Beinen. Viele Parkinson-Patienten weisen zudem schlafbezogene Atmungsstörungen oder das Restless-Legs-Syndrom auf, ohne dass ihre Erkrankung der Grund dafür ist.

Daher plädiert der Berufsverband Deutscher Neurologen dafür, vorhandene Schlafstörungen bei Parkinson mitzubehandeln. Auch eine Optimierung der grundlegenden Parkinson-Medikation kann Schlafstörungen reduzieren. Die empfohlenen durchschnittlich sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht sind somit zum einen als Präventionsmaßnahme, zum anderen als Therapiebaustein bei Parkinson-Erkrankungen zu werten.

Quellen

 Jiang-Xie LF, Drieu A, Bhasiin K, et al. Neuronal dynamics direct cerebrospinal fluid perfusion and brain clearance. Nature 2024;627:157–64. https://doi.org/10.1038/s41586-024-07108-6.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN). Welt-Parkinson-Tag am 11. April: Warum Schlaf vor Parkinson schützt – und welche neuen Therapien Betroffenen helfen. Pressemitteilung vom 3. April 2024.

Neurologen und Psychiater im Netz. Schlafstörungen verstärken Beschwerden bei Parkinson-Syndrom. 28. März 2017.

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