Allergischer Schnupfen und Migräne hängen zusammen

Die allergische Rhinitis ist signifikant mit einem erhöhten Migränerisiko verbunden, so das Ergebnis einer Metaanalyse. Entsprechende Managementstrategien können Patienten bei beiden Krankheitsbildern unterstützen.

Zwei chronische Erkrankungen

Die allergische Rhinitis (AR) zählt zu den häufigsten chronischen allergischen Erkrankungen. Etwa 40% der Weltbevölkerung kennen die verstopfte und laufende Nase, Nies- und Juckreiz aus eigener Erfahrung. Auch Migräne ist häufig, weltweit betrifft sie etwa 15% der erwachsenen Bevölkerung. Beide Krankheiten beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.

Wie eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mehrere Datenbanken zeigt, gibt es zwischen den beiden chronischen Erkrankungen zudem eine Komorbidität. In die systematische Auswertung wurden zehn Beobachtungsstudien (fünf Querschnittsstudien, drei Fall-Kontroll-Studien und zwei Kohortenstudien) mit insgesamt über 4,7 Mio. Teilnehmern eingeschlossen, zudem erfolgten Subgruppenanalysen.

Zusammenhang bestätigt

Es ergab sich ein signifikant erhöhtes Risiko für Migräne bei Menschen, die an einer allergischen Rhinitis leiden (Odds Ratio [OR] 2,75; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,80–4,19). Subgruppenanalysen zeigten konsistente Ergebnisse für diesen Zusammenhang über Studiendesigns, Altersgruppen und verschiedene Methoden hinweg. Die positive Assoziation war am ausgeprägtesten bei Kindern (OR 3,69; 95%-KI 1,40–9,71). Bei Jugendlichen (OR 2,61; 95%-KI 0,23–29,57) und Erwachsenen war sie weniger stark (OR 1,63; 95%-KI 0,96–2,74).

Die Komorbidität ist ein Hinweis auf potenzielle gemeinsame pathogene Mechanismen und entzündliche Signalwege, die noch näher erforscht werden müssen. Ein in der Migränepathophysiologie relevanter Mechanismus ist eine neurogene Entzündung, die durch das Calcitonin-gen-bezogene Peptid (CGRP) und das vasoaktive intestinale Peptid (VIP) vermittelt wird. In anderen Studien wurden erhöhte CGRP-Spiegel in Nasensekreten und Plasmaproben von AR-Patienten identifiziert. Die Forscher werten dies als Hinweis für eine mögliche Überschneidung zwischen entzündlichen und neuronalen Bahnen bei diesen beiden Erkrankungen.

Genetische Studien ergaben allerdings widersprüchliche Belege zum Zusammenhang von allergischer Rhinitis und Migräne. Der Zusammenhang könnte daher eher auf umwelt- oder immunvermittelten Mechanismen beruhen statt auf genetischen Faktoren.

Therapien anpassen

Laut der aktuellen Metaanalyse haben Patienten mit allergischer Rhinitis ein etwa 2,75-fach erhöhtes Risiko eine Migräne zu entwickeln, verglichen mit Personen ohne allergischen Schnupfen. Die Studienautoren raten den Behandlern: sich dieses Zusammenhangs bewusst sein und integrierte Managementstrategien für Patienten mit komorbider allergischer Rhinitis und Migräne anstreben.

So konnten bereits positive Effekte herkömmlicher Allergiebehandlungen mit Antihistaminika und intranasalen Glucocorticoiden auf die Häufigkeit und Stärke von Migräneattacken beobachtet werden.

Quelle

Wu J, Wang C, Meng F, Wang H. A systematic review and meta-analysis on the risk of migraine in patients with allergic rhinitis. Front. Med. 2026;13:1766176. doi: 10.3389/fmed.2026.1766176.

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