Update für COPD-Leitlinie

Die Handlungsanweisungen zur Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung wurden überarbeitet. Die aktuelle Version zielt auf eine frühere Erkennung und eine individuellere Behandlung der Krankheit ab.

Neueste evidenzbasierte Erkenntnisse integriert

Die Vorstellung der überarbeiteten Leitlinie erfolgte im März 2026. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin entstand die Aktualisierung der Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD“. Sie ergänzt die S3-Nationale VersorgungsLeitlinie COPD.

Diagnostik: Bitte mit CT

Mit der zum 1. April 2026 neu eingeführten Früherkennungsmaßnahme des Lungenkarzinomscreenings rückt die Thorax-Computertomografie (CT) wieder mehr in den Fokus. Auch in der COPD-Leitlinie erhält sie Zuspruch. Sie wird nun bei Diskrepanzen zwischen Symptomen und Lungenfunktionsdiagnostik oder häufigen Exazerbationen unbedingt empfohlen.

Die bisher geltende alleinige Spirometrie erkenne frühe Veränderungen in der Regel zu spät, erklären die Leitlinienautoren. Strukturelle Veränderungen, etwa ein Emphysem oder eine Wandverdickung der Bronchien, sind im CT sichtbar, lange bevor die Spirometrie entsprechende Signale zeigt. Liegt ein klinischer Verdacht auf eine COPD vor, die Spirometrie ist aber unauffällig, soll eine erweiterte Lungenfunktionsdiagnostik zu Lungenvolumina, Atemwegswiderständen und pulmonalem Gasaustausch erfolgen.

Screening auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Neu in der Leitlinie ist die Forderung nach einem einmaligen Screening auf Alpha-1-Antitrypsin(AAT)-Mangel. Die Autoren sehen im Fehlen von AAT eine der häufigsten nichtdiagnostizierten Ursachen für eine COPD. Als neuen Standard bezeichnen sie die Phänotypisierung mittels Lungenfunktion, Biomarker (Bluteosinophilen) und CT.

Außerdem wurde die Einteilung der Risikopatienten anhand der GOLD-Gruppen (pdf) aus den internationalen Empfehlungen in die Leitlinie aufgenommen.

Therapie: Keine LABA/ICS-Kombi mehr

Als Initialtherapie ist eine duale Bronchodilatation mit einem langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) bei symptomatischen Patienten oder vorbestehenden Exazerbationen anzustreben. Die alleinige Kombination von LABA mit einem inhalativen Kortikosteroid (ICS) wird nicht mehr empfohlen.

Die Dreifachkombination LAMA/LABA/ICS soll bei schwerer COPD erfolgen, um Exazerbationen zu verhindern. Bei persistierenden Exazerbationen trotz Dreifach-Therapie, nachgewiesener guter Adhärenz und korrekter Inhalationstechnik wird eine Reevaluation mit Biomarkern und CT empfohlen. Vor einer Therapieeskalation mit Azithromycin, Roflumilast oder Biologika steht eine fachärztliche Prüfung.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen

Eine COPD begünstigt Herzinfarkte und Schlaganfälle, daher steht ein regelmäßiger Check des kardiovaskulären Risikos auf dem Plan. Deutliche Gewichtung erhielt auch ein strenges Rauchstopp-Programm. Darüber hinaus empfehlen die Experten eine pneumologische Rehabilitation und die Umsetzung aktueller Impfempfehlungen, beispielsweise gegen Influenza, Pneumokokken und das respiratorische Synzytialvirus (RSV).

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP). S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD. Langfassung Stand 09.02.2026. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006 (Zugriff am 09.04.2026).

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. Aktualisierte S2k-Leitlinie COPD veröffentlicht: Neue Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie für bessere Patientenversorgung. Pressemitteilung vom 27.02.2026.

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