Kaffee gegen Demenz?

Zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag oder eine Tasse Tee halten uns geistig fit. Sowohl das Demenzrisiko als auch die Abnahme der kognitiven Funktion sind durch den Genuss von Kaffee oder Tee reduziert.

Auswirkungen von Kaffee auf unsere Gesundheit

Die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Gesundheit sind enorm. Immer wieder werden deshalb auch die Effekte von Kaffeekonsum, beispielsweise auf unsere Schlafqualität, Herz-Kreislauf-Gesundheit oder Diabetes mellitus erforscht. In einer neuen Auswertung zweier prospektiver Kohortenstudien mit mehr als 130.000 Teilnehmern wurde der Einfluss von Kaffeekonsum auf das Demenzrisiko untersucht.

Auswirkungen von Kaffee und Tee auf das Demenzrisiko

In die Auswertung wurden Daten von 86.606 Frauen aus der Nurses’ Health Study und 45.215 Männern aus der Health Professionals Follow-up Study einbezogen. Zu Studienbeginn litten die Teilnehmer weder an Krebs oder Parkinson noch an einer Demenz.

Der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee, Tee oder koffeinfreiem Kaffee wurde alle zwei bis vier Jahre mithilfe eines Fragebogens erfasst. Primärer Endpunkt war eine Demenz, sekundäre Endpunkte umfassten die subjektive Abnahme der Kognition (per Fragebogen) und die objektive kognitive Funktion, bestimmt mithilfe eines neuropsychologischen Tests im Telefoninterview.

Kaffee und Tee können Demenzrisiko verringern

Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 43 Jahre. Von den 131.821 Teilnehmern erkrankten 11.033 Personen an einer Demenz. Ein höherer Kaffeekonsum war mit einem signifikant erniedrigtem Demenzrisiko assoziiert (141 versus 330 Fälle pro 100.000 Personenjahre). Hier wurde das Quartil mit dem höchsten Kaffeekonsum (im Median 4,5 Tassen bei Frauen und 2,5 Tassen bei Männern) mit dem niedrigsten Quartil (kein Kaffee) verglichen (Hazard-Ratio 0,82; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,76–0,89).

Außerdem war die Prävalenz der subjektiven Abnahme der kognitiven Funktion bei den Viel-Kaffee-Trinkern am niedrigsten (Prävalenzverhältnis 0,85; 95%-KI 0,78–0,93).

Auch bei neuropsychologischen Tests schnitten die Teilnehmer mit dem hohen Kaffeekonsum im Vergleich zu denen mit dem niedrigsten besser ab. Dies galt auch für Teetrinker. Hier betrug das Hazard-Ratio für die Erkrankung an einer Demenz beim Vergleich der Gruppe mit dem höchsten Teekonsum (Frauen 1 Tasse pro Tag; Männer 0,79 Tassen pro Tag) im Vergleich zu den Nichtteetrinkern 0,86 (95%-KI 0,83–0,90). Bei den Personen, die koffeinfreien Kaffee tranken, waren das Demenzrisiko und das Risiko für eine Abnahme der kognitiven Funktion jedoch nicht reduziert.

2–3 Tassen pro Tag sind optimal

Dosis-Wirkungsanalysen ergaben einen nichtlinearen, inversen Zusammenhang zwischen der Einnahme von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee bzw. Koffein und dem Demenzrisiko. Der Konsum von zwei bis drei Tassen Kaffee, ein bis zwei Tassen Tee oder 300 mg Koffein pro Tag waren mit dem niedrigsten Demenzrisiko verbunden. Bei einem höheren Konsum war das Risiko nicht weiter reduziert. Der gleiche Zusammenhang wurde für die subjektive Abnahme der kognitiven Leistung oder die objektiven kognitiven Fähigkeiten beobachtet. Das Ganze galt allerdings nicht für entkoffeinierten Kaffee.

Quelle:

Zhang Y, Liu Y, Li Y, et al. Coffee and Tea Intake, Dementia Risk, and Cognitive Function. JAMA. Published online February 09, 2026. doi:10.1001/jama.2025.27259

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