Am Weltfrauentag, der immer auf den 8. März fällt, soll auf Frauenrechte und die Gleichberechtigung der Geschlechter, aber auch auf bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten aufmerksam gemacht werden. Eine solche Ungleichheit ist auch Bestandteil einer im Februar 2025 veröffentlichen Studie, in der das Risiko für Vorhofflimmern durch vorangegangene hypertensive Schwangerschaftserkrankungen bei Frauen untersucht wurde.
Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen: keine Seltenheit
Hypertensive Schwangerschaftserkrankung (HSE) steht als Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen in der Schwangerschaft, deren gemeinsames Hauptsymptom eine arterielle Hypertonie ist (z. B. Gestationshypertonie, Präeklampsie, chronische Hypertonie). Solche HSE betreffen 6–8% der Schwangerschaften und sind einer der Hauptgründe für maternale Morbidität und Mortalität. Zudem stehen sie im Zusammenhang mit peripartalen kardiovaskulären Ereignissen und postpartalen kardiovaskulären Erkrankungen.
Die Autoren einer populationsbasierten retrospektiven Kohortenstudie verfolgten das Ziel, den Zusammenhang zwischen HSE während der ersten Schwangerschaft einer Frau und einem nachfolgenden Auftreten der tachykarden Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern (VHF) zu eruieren. Ein weiteres Ziel war die Untersuchung der Relation zwischen der Schwere der HSE und dem Auftreten von VHF.
In die Studienauswertung wurden 771.521 geeignete Frauen zwischen 18 und 55 Jahren eingeschlossen, die zwischen 2002 und 2017 in Ontario, Kanada, ihr erstes Neugeborenes (lebend- oder totgeboren) zur Welt brachten und die bis dahin keine Diagnose für Vorhofflimmern hatten. Primärer Endpunkt der Studie war VHF.
Erhöhtes VHF-Risiko erkennbar
Während des 16-jährigen Studienzeitraums wurde bei 8% der Frauen eine HSE diagnostiziert, wobei Gestationsdiabetes an erster Stelle stand. Es gab 2483 Diagnosen für VHF (0,3%) und 2951 Todesfälle (0,4%); dabei waren die Frauen im Schnitt 29–30 Jahre alt.
Eine vorangegangene HSE stand nach Auswertung der Studiendaten in Zusammenhang mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für VHS (ursachenspezifisches Hazard-Ratio [usHR] 1,45; 95%-Konfidenzintervall 1,28–1,64) und für einen Todesfall ohne vorheriger Diagnose für VHF (usHR 1,31; 95%-Konfidenzintervall 1,16–1,47).
Die Studienautoren betonten einige Erkenntnisse, die aus der Studie hervorgingen:
- Eine Vorgeschichte mit HSE wurde im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für VHF und Tod jeglicher Ursache (TJU) beobachtet.
- Eine vorangegangene Gestationshypertonie, Präeklampsie oder chronische Hypertonie waren jeweils mit einer 1,5 bis 2,2-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Vorhofflimmern assoziiert.
- Schwerere Fälle von HSE und das Bestehen einer chronischen Schwangerschaftshypertonie standen im Zusammenhang mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für VHF und TJU, ähnlich einer Dosis-Wirkungs-Beziehung.
Die Studie beinhaltet eine große Stichprobengröße, weist aber auch einige Limitationen auf. Eine Schmälerung entsteht durch fehlende Informationen über bestehende Medikationen, denn über die Einnahme von Antihypertensiva oder Antiarrhythmika der Studienteilnehmerinnen lagen keine Daten vor. Zwar wurden Frauen mit einer bestehenden Diagnose für VHF ausgeschlossen, vollständig ausschließen lässt sich eine Medikation dennoch nicht. Des Weiteren konnten Fälle von VHF nur einbezogen werden, wenn diese diagnostiziert und dokumentiert wurden. Ein Verkennen von symptomlosen VHF-Fällen ist daher möglich.
Was in Zukunft wichtig ist
Aus der Studie geht hervor, dass Frauen mit HSE während der ersten Schwangerschaft eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von VHF haben als Frauen ohne HSE. Aus diesem Grund sind gezielte Präventionsstrategien notwendig, um das Risiko für HSE zu senken. Darüber hinaus regen die Studienautoren an, dass Frauen mit vergangenen HSE von diagnostischen Untersuchungen zur frühzeitigen Entdeckung von VHS profitieren können.
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