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28. Juli ist Welt-Hepatitis-Tag: Zeit für Aufklärung

Auch heute noch werden Menschen mit einer Virushepatitis häufig stigmatisiert. Um keine Andersbehandlung zu erfahren, halten sie die Erkrankung nicht selten geheim. Die WHO sieht dies zum Anlass, mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen.

It’s time for action

So lautet das globale Motto des Welt-Hepatitis-Tages 2024. Aufgrund der Stigmatisierung fürchten viele Betroffene eine nachteilige Behandlung sowohl im Privat- und Berufsleben als auch im Gesundheitswesen. Selbst innerhalb der Gesundheitsberufe ist noch immer Aufklärung notwendig, um Diskriminierung zu verhindern und Einfühlungsvermögen während der medizinischen Behandlung zu gewährleisten.

Man darf nicht unterschätzen, wie sehr Hepatitis sich auf das ganze Leben und den Umgang mit anderen Menschen auswirkt.

– Rachel Halford, Präsidentin der World Hepatitis Alliance.

Schwerpunkt des diesjährigen Aktionstages

Ziel der WHO ist eine globale Eindämmung von Hepatitis bis 2030, um die Allgemeinheit vor einer Erkrankung zu schützen; denn nach Analysen der WHO sterben täglich 3500 Menschen weltweit an einer Hepatitis-Infektion. Der Fokus liegt dieses Jahr auf der chronischen Form von Hepatitis B und C. Sie verlaufen häufig lange unbemerkt und können unbehandelt zu einer nachhaltigen Leberschädigung führen. Heutzutage gibt es gute Behandlungsmöglichkeiten, um die Infektion dauerhaft unter Kontrolle zu halten oder, im Falle von Hepatitis C, auch zügig zu heilen. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose über Screening-Angebote nicht nur von Risikogruppen (in Deutschland für Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr einmalig kostenfrei) und eine entsprechende Therapie. Beides ist auch eine wirksame Prävention von Lebertumoren. Eine flächendeckende Aufklärung und Entstigmatisierung sind notwendig, damit Vorsorge-Screenings genutzt werden und Betroffene mit Symptomen keine Scheu haben, sich behandeln zu lassen.

Wie wird Hepatitis übertragen?

Derzeit weiß man von fünf unterschiedlichen Hepatitisviren (A bis E), die auf unterschiedlichem Weg übertragen werden und sich im Verlauf und der Behandlung unterscheiden können. Zum Teil ist eine spontane Ausheilung innerhalb eines halben Jahres nach der Infektion möglich.

Hepatitis B und D

Die Übertragung von Hepatitis B erfolgt über Blut und Körperflüssigkeiten (z.B. sexueller Kontakt oder bei der Geburt ohne geeignete Schutzmaßnahme für das Kind). Hier steht eine wirksame Schutzimpfung zur Verfügung, die auch vor Hepatitis D schützt. Hepatitis D tritt nur zusammen mit Hepatitis B auf und wird über das Blut übertragen; in Deutschland vorrangig durch kontaminierte Spritzen in der Drogenszene.

Hepatitis C

Diese Variante wird über das Blut übertragen. Die Drogenszene ist einer der häufigsten Übertragungsorte, aber auch durch sexuellen Kontakt mit Verletzungsrisiko mit häufig wechselnden Partnern kann es ohne entsprechende Schutzmaßnahmen zu einer Übertragung kommen.

Diese drei Virusvarianten können auch durch Hygienefehler im Umgang mit Verletzungen (z.B. medizinischer Bereich, Tattoo- oder Piercingstudios) übertragen werden; auch Rasierklingen und Zahnbürsten sollten nicht gemeinsam verwendet werden.

Die Tröpfcheninfektion zählt jedoch ebenso wie eine Umarmung, die gemeinsame Nutzung von Toiletten und eine Nahrungsmittel-Kontamination nicht zu den Übertragungswegen. Eine Infektion im Alltag ist also unwahrscheinlich.

Hepatitis A und E

Sie zählen in Deutschland zu den Reisekrankheiten und werden durch Schmierinfektionen über Lebensmittel und Trinkwasser vor allem in wärmeren Ländern übertragen. Häufig kommt es zu einer akuten Leberentzündung, die meist folgenlos von selbst ausheilt, aber nicht zu einem chronischen Verlauf. Gegen Hepatitis A gibt es eine Schutzimpfung.

Quelle

Pressemeldung: Hepatitis und Stigma: immer noch ein Problem. Welthepatitistag. Deutsche Leberhilfe e.V. 17. Juli 2024