Triptane spielen eine bedeutende Rolle in der Migränetherapie. In einer dänischen Studie wurde untersucht, welchen Einfluss die Wirkstoffklasse auf das Auftreten ischämischer Ereignisse hat.
Triptane unverzichtbar in der Migränetherapie
Liegt eine akute Migräneattacke vor, so zählen Triptane zu den Erstlinientherapeutika, von denen in Deutschland aktuell sieben Präparate zugelassen sind. Triptane wirken als selektive 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten. Die Rezeptorbindung führt zu einer Verengung der Blutgefäße im Bereich der Hirnhaut und hat zudem eine antientzündliche Wirkung. Aufgrund ihrer vasokonstriktiven Eigenschaften sind die Wirkstoffe bei einigen kardiovaskulären Krankheiten, darunter eine unzureichend behandelte Hypertonie, koronare Herzkrankheit, eine Vorgeschichte mit Myokardinfarkt oder Schlaganfall kontraindiziert.
Absolutes Risiko bleibt gering
In einer dänischen Fall-cross-over-Studie (ein Studientyp bei dem Interventions- und Kontrollgruppe im Laufe der Studie getauscht werden) wurde untersucht, welchen Einfluss die Triptan-Therapie tatsächlich auf das Risiko ischämischer Ereignisse besitzt. Insgesamt wurden Daten von 429.612 Patienten aus landesweiten dänischen Gesundheitsregistern für die Studie ausgewertet. Die Patienten mussten innerhalb des Untersuchungszeitraums (1995 bis 2022) ihr erstes Rezept für eine Triptan-Therapie eingelöst haben. 75,8% der eingeschlossenen Patienten waren Frauen. Als Endpunkte galten akute Myokardinfarkte, ischämische Schlaganfälle und nicht näher spezifizierte Schlaganfälle.
11 der Patienten (0,003%) hatten nach der ersten Triptan-Verschreibung einen Myokardinfarkt (Odds-Ratio [OR] 3,3; 95%-Konfidenzintervall 1,0–10,9). 18 Patienten (0,004%) erlitten einen ischämischen Schlaganfall (OR 3,2; 95%-Konfidenzintervall 1,3–8,1) und 35 Patienten (0,008%) einen ischämischen/nicht näher spezifizierten Schlaganfall (OR 3,0; 95%-Konfidenzintervall 1,5–5,9).
Fazit und Limitationen
Insgesamt war das ischämische Risiko unter Triptan-Therapie zwar etwa dreimal höher als ohne Einsatz der Therapie, das Gesamtrisiko für ischämische Ereignisse blieb mit 0,003% (Myokardinfarkt), 0,004% (ischämischer Schlaganfall) bzw. 0,008% (ischämischer/nicht näher spezifizierter Schlaganfall) jedoch weiterhin sehr gering.
Limitationen der Studie liegen in der geringen Anzahl der ischämischen Ereignisse der Studienpopulation. Dies deute jedoch auch auf das geringe absolute Risiko einer Triptan-Therapie hin, so die Studienautoren. Weiterhin wurden lediglich Patientendaten ausgewertet, bei denen eine Verschreibung der Triptane vorlag. Ob und wie lange die Medikamente tatsächlich eingenommen wurden, bleibt unklar.
Quelle
Petersen CL, et al. Risk of stroke and myocardial infarction among initiators of triptans. JAMA Neurol 2024:e235549. Epub ahead of print.