In einer aktuellen Kohortenstudie wurde untersucht, welchen Einfluss vier verschiedene Ernährungsmuster auf das Risiko für chronische Erkrankungen haben.
Dass eine ungesunde Ernährung mit verschiedenen Krankheiten assoziiert ist, sollte den meisten bekannt sein. Doch welche Ernährungsform kann das Erkrankungsrisiko minimieren? Diese Frage stellten sich die Autoren einer großen Kohortenstudie, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. Sie untersuchten, wie vier verschiedene Ernährungsmuster mit dem Risiko für 48 chronische Erkrankungen korrelieren.
Ernährungs-Indizes ermöglichen Quantifizierung
Insgesamt nahmen 121 513 Personen zwischen 30 und 75 Jahren an der Studie teil. Die Ernährung wurde mit einem Online-Bewertungstool erfasst. Hier mussten die Teilnehmer ausfüllen, was sie über den Tag hinweg gegessen und getrunken hatten. Anhand dieser Daten wurden die Werte folgender Ernährungs-Indizes bestimmt:
Der Alternate-Mediterranean-Diet-Score (AMED) stützt sich auf neun Lebensmittelgruppen, darunter Hülsenfrüchte, Nüsse und Fisch.
Der Alternate-Healthy-Eating-Index-2010 (AHEI-2010) umfasst zehn Lebensmittelgruppen. Im Vergleich zum AMED-Index wird beispielsweise noch die tägliche Salzaufnahme und der Konsum zuckerhaltiger Getränke berücksichtigt.
Der Healthful-Plant-based-Diet-Index (HPDI) schließt 17 Lebensmittelgruppen ein. Dabei wird vor allem tierischen Lebensmitteln, darunter Milchprodukten, Eiern und Fleisch, Beachtung geschenkt.
Der Anti-Empirical-Dietary-Inflammatory-Index (AEDII) betrachtet 18 Lebensmittelgruppen und stützt sich dabei auf deren Zusammenhang mit Interleukin-6, C-reaktivem Protein, TNF-alpha-Rezeptor-2 und Adiponektin.
Für alle der genannten Ernährungs-Indizes gilt: Höhere Werte stehen für eine gesündere Ernährung.
Vorteil für mediterrane Ernährung
Der größte Einfluss war für den AMED-Index messbar. Bei hohen AMED-Werten lag ein geringeres Risiko für 32 der 48 betrachteten chronischen Erkrankungen vor. Dabei konnte ein hoher AMED-Index das Risiko aller acht untersuchten kardiometabolischen Störungen lindern. Weiterhin war das Risiko für 3 von 10 Krebserkrankungen, 7 von 10 psychologische/neurologische Störungen, 5 von 6 Verdauungsstörungen und für 9 von 14 weitere chronische Erkrankungen geringer. Den größten Einfluss auf die Risikosenkung hatte der Verzehr von Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten, Fisch sowie ein reduzierter Verzehr von rotem Fleisch. Hohe AHEI-2010- und HPDI-Werte gingen mit einem geringeren Risiko für 29 bzw. 23 chronische Erkrankungen einher, während hohe AEDII-Werte das Risiko für nur 14 Erkrankungen senken konnten.
Fazit
Insgesamt bestätigt die Studie, was von vielen Fachleuten bereits empfohlen wird: Eine mediterrane Ernährung mit vielen Vollkorngetreideprodukten, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Fisch und wenigen zusätzlichen tierischen Produkten kann chronischen Erkrankungen vorbeugen. Dabei können vor allem Erkrankungen kardiometabolischer Art eingedämmt werden.
Quelle
Shang X, et al. Healthy dietary patterns and the risk of individual chronic diseases in community-dwelling adults. Nat Commun 2023;14:6704.