Im Jahr 2021 starben insgesamt 121.172 Menschen an den Folgen einer Koronaren Herzkrankheit (KHK), knapp 40 % von ihnen an einem akuten Herzinfarkt. Herzrhythmusstörungen gehörten zu den zehn häufigsten Todesursachen. Das geht aus dem 34. Deutschen Herzbericht hervor. Er wurde Ende September 2023 veröffentlicht.
Herzbericht 2022: KHK weiterhin häufigste Todesursache in Deutschland
Jedes Jahr zum Weltherztag präsentiert die Deutsche Herzstiftung aktuelle Zahlen zur Herzgesundheit. Dem Herzbericht 2022 zufolge lag die Sterberate der an einer KHK verstorbenen Einwohner bei 129,7 pro 100.000. Für Herzinfarkte betrug die Sterberate 48,1 pro 100.000 Einwohner. Wie bereits in den Vorjahren ist die KHK-bedingte Sterblichkeit damit gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig.
Einen Grund für den rückläufigen Trend sehen die Autoren des Herzberichts zum einen darin, dass insgesamt weniger Menschen rauchen. Zum anderen sind präventive, rehabilitative und therapeutische Maßnahmen besser geworden. Dazu zählen interventionelle Verfahren wie die Stent-Therapie bei akutem Herzinfarkt (Notfall-PCI), verbesserte Arzneimittel und Abläufe in der Rettungskette. Außerdem weiß man inzwischen mehr über die Risikofaktoren für KHK und Herzinfarkt.
Dennoch mahnen die Autoren, dass die Sterblichkeit durch KHK und Herzschwäche weiterhin (zu) hoch sei.
Herzinsuffizienz: Fortschritte bei der Therapie
Im Berichtsjahr 2021 starben 35.131 Menschen an Herzinsuffizienz, etwas mehr als im Jahr zuvor. Die Sterberate lag damit bei 35,8. Zehn Jahre zuvor betrug sie noch 60,7 pro 100.000 Einwohner. Dass die Sterberate für die Herzinsuffizienz rückläufig ist, ist einerseits auf Fortschritte der medikamentösen Therapien zurückzuführen: Vor allem im Bereich der Cholesterin-Senkung und der Diabetestherapie gab es Fortschritte. Andererseits gab es bei den Schrittmacher-Therapien Verbesserungen. Zu nennen sind hier die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) und implantierbare Kardioverter/Defibrillatoren (ICD), um plötzlichem Herztod entgegenzuwirken.
Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, gab in einer Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung zu bedenken, dass die Sterblichkeit der beiden Erkrankungen KHK und Herzschwäche leider weiterhin hoch sei. Sie sind die Haupttodesursachen für den plötzlichen Herztod.
Angesichts des hohen Leistungsniveaus in der Herzmedizin zeigt das, dass wir weitere Hebel in der Prävention aktivieren müssen. Diese sollten bereits im Kindesalter ansetzen, zum Beispiel institutionalisiert in Kita und Schulen oder in Form von frühen Screenings für kardiovaskuläre Risikokrankheiten von Herzinfarkt und Schlaganfall.
Herzrhythmusstörungen gehören zu den zehn häufigsten Todesursachen
Im Unterschied zu KHK und Herzinsuffizienz steigt die Sterblichkeit durch Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen seit 2011 tendenziell an. Allerdings scheint inzwischen ein Plateau erreicht – im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Todesfälle durch Rhythmusstörungen nur noch gering (von 27.369 im Jahr 2020 auf 28.219 im Jahr 2021). An Herzklappenerkrankungen starben 19.872 Menschen im Jahr 2020 verglichen mit 20.453 im Jahr 2021.
Als mögliche Gründe für das Erreichen des Plateaus führt Voigtländer verbesserte Therapien der Aortenklappenstenose an – sowohl chirurgisch als auch mithilfe katheterbasierter Verfahren wie TAVI (Transkatheter-Aortenklappenimplantation). Bei den Rhythmusstörungen sei das mit Hilfe der Vorhofflimmer-Ablation und Schrittmachertherapien erreicht worden.
Weiterhin ist nicht sicher, wie groß der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf die Sterblichkeitsangaben für das Jahr 2021 insgesamt war.
Quelle
Der Deutsche Herzbericht wird von der Deutschen Herzstiftung zusammen mit den ärztlichen Fachgesellschaften, den Deutschen Gesellschaften für Kardiologie (DGK), für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG), für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK) sowie für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (DGPR) alljährlich herausgegeben: https://herzstiftung.de/herzbericht