5 Fragen zu Hepatitis B

Es ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Auch in Deutschland sind bestimmte Risikogruppen betroffen. Daher sind Kenntnisse zur Prävention und Therapie nach wie vor wichtig.

Weltweit sind 240 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. In Deutschland beträgt die Prävalenz bei Erwachsenen etwa 0,3 %. Als Folge einer chronischen Erkrankung können Zirrhose und ein Leberzellkarzinom auftreten.

Für wen wird eine Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt eine Hepatitis-B-Schutzimpfung als Grundimmunisierung bei Kindern. Bei Erwachsenen sollten sich Gruppen mit erhöhtem Risiko für eine Exposition oder einen schweren Verlauf impfen lassen. Zu den Risikofaktoren gehören zum Beispiel:

  • Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko
  • i.v. Drogenkonsum
  • Arbeit in medizinischen oder anderen Einrichtungen mit erhöhter Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten
  • infiziertes Familienmitglied
  • bevorstehende Immunsuppression

Wie ansteckend ist das Virus?

Bereits kleinste Blutmengen durch geringfügige Verletzungen der Haut oder Schleimhaut sind für die Übertragung ausreichend. In anderen Körperflüssigkeiten ist die Viruskonzentration dagegen wesentlich geringer. Typische Übertragungswege sind Geschlechtsverkehr, Drogenkonsum oder Tätowierungen/Piercings. Auch in Gemeinschaftseinrichtungen oder im Gesundheitssystem kann eine Übertragung durch Verletzungen erfolgen.

Eine hohe Infektiosität besteht oft schon einige Wochen vor Krankheitsausbruch.

Wie wahrscheinlich ist ein chronischer Krankheitsverlauf?

Eine Hepatitis B chronifiziert bei Erwachsenen nur selten (< 5 % der Fälle). Stecken sich Kinder bei der Geburt oder als Kleinkinder an, ist sie jedoch sehr hoch.

Wie wird die Hepatitis-B-Infektion therapiert?

Bei der akuten Hepatitis B reicht meist eine symptomatische Therapie aus. Bei einer chronischen Erkrankung ist im Gegensatz dazu eine Therapie in Abhängigkeit von verschiedenen Parametern notwendig:

  • Viruslast
  • Zirrhose/Fibrose
  • Erhöhte Transaminasen
  • Lebensalter
  • Erhöhtes Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom

Es stehen die Nucleosid-/Nucleotid-Analoga Entecavir sowie Tenofovirdisoproxilfumarat und Tenofoviralafenamid zur Verfügung. Dabei handelt es sich in der Regel um eine lebenslange Behandlung.

Wie werden Schwangere behandelt?

Entecavir ist fruchtschädigend und kontraindiziert. Tenofovir ist ebenfalls nicht in der Schwangerschaft zugelassen, es existiert aber eine große Zahl an positiven Erfahrungsberichten. Daher kann der Wirkstoff in der Schwangerschaft eingesetzt werden, auch um eine Übertragung von Mutter auf Kind zu verhindern.

Die wichtigste Maßnahme, um eine Übertragung auf das Kind zu verhindern ist jedoch eine aktive und passive Immunisierung des Neugeborenen innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt.

Quelle

Sarrazin C und Durmashkina E. Chronischen Virushepatitiden: Aktuelle Therapiestrategien. Erscheint im September 2020 auf www.arzneimitteltherapie.de.