Ein Gläschen Sekt gefällig?

Schnaps macht aggressiv, Rotwein müde und Bier dick.
Aber warum trinken Menschen dann eigentlich?

Es existiert die These, dass Alkohol primär genutzt wird, um negative Emotionen zu unterdrücken. Insbesondere wird ihm die Wirkung zugesprochen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Foto: ©sp4764/stock.adobe.com
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In einer internationalen Online-Umfrage wurde im Rahmen des GDS (Global Drug Survey) untersucht, ob unterschiedliche alkoholische Getränke auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Gefühlswelt haben. Die Daten wurden im British Medical Journal publiziert. Die Befragung richtete sich an Erwachsene im Alter von 18 bis zu 34 Jahren.

Wer viel trinkt, fühlt sich gut – aber auch schlecht

  • Der Genuss von Spirituosen führte deutlich häufiger zu einem Gefühl von Aggressivität als dies bei Rotwein der Fall war (29,8% vs. 7,1 %)
  • Männer, die Bier tranken, waren weniger aggressiv als Schnapstrinker
  • Schnaps verursachte mehr positive Emotionen als Bier oder Wein
  • Bei Frauen löste Alkohol im Allgemeinen mehr emotionale Assoziationen aus als bei Männern. Einzige Ausnahme: Aggressivität
  • Höherer Alkoholkonsum führte zu mehr emotionalen Assoziationen
  • Auf Hoch-Risiko-Trinker wirkte Alkohol antriebssteigernd, aber negative Symptome wie Aggressivität waren ebenfalls häufiger
  • Starke Trinker hatten seltener ein Müdigkeitsgefühl

Der Konsum von Alkohol löst positive Emotionen aus. Zumindest wird dies in den Medien viel stärker propagiert als seine zweifelsohne negativen Auswirkungen. Gerade Hoch-Risiko-Trinker sehnen sich nach diesen Gefühlen und nehmen damit auch negative Auswirkungen auf sich. Abhängige trinken also weniger aus Vergnügen, hier sollte man eher von einem Bewältigungsmechanismus sprechen.

 

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