Kontinuierliches Glucosemonitoring als neue Königsdisziplin?

Niedriger, leichter, kürzer beim Typ-1-Diabetes: Lassen sich mit der neuen Methode der HbA1c von Schwangeren, das Geburtsgewicht der Kinder und die Zahl der Tage im Krankenhaus verbessern?

In einer randomisierten Open-Label-Studie wurde der Blutzucker von Typ-1-Diabetikerinnen, die bereits schwanger waren (n=215) oder eine Schwangerschaft planten (n=110), kontrolliert

  • mittels einer kontinuierlichen Glucosemessung in Kombination mit konventionellen Blutzuckermessungen oder
  • mit konventionellen Blutzuckermessungen (mindestens 7-mal/Tag, Teststreifen, Kapillarblut).

Der primäre Endpunkt war die Veränderung des HbA1c-Werts der Frauen. Es wurde aber auch der Gesundheitszustand der Neugeborenen beurteilt.

HbA1c niedriger

Bei den Schwangeren wurde der HbA1c gegenüber der Vergleichsgruppe mit konventioneller Messung bis zur 34. Gestationswoche um 0,19 Prozentpunkte gesenkt. In der Gruppe mit Kinderwunsch kam es zu keiner signifikanten Senkung.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Hautirritationen (Gruppe der Schwangeren: 48% vs. 8% mit konventioneller Messung)

Kinder leichter und kürzer im Krankenhaus

Ein sehr hohes Geburtsgewicht deutet auf eine schlechte Blutzuckereinstellung der Mutter hin. In der Gruppe mit kontinuierlicher Messung war dies bei 53 % der Kinder versus 69% in der Kontrollgruppe der Fall  (Gewicht über der 90er Perzentile). Im Schnitt waren die Kinder einen Tag kürzer im Krankenhaus (3,1 vs. 4 Tage). Auch die Intensivstation musste seltener genutzt werden.

Win-Win

Zusätzliche Interventionen sind in der Regel mit höheren Kosten verbunden – das ist die Kehrseite der Medaille. In diesem Fall allerdings kann die kostenintensive neonatale (Intensiv-)Versorgung reduziert werden.

 

Mehr zum kontinuierlichen Glucosemonitoring bei Kindern und Jugendlichen in der AMT 5.

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