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Therapierefraktäres Rheuma: Schließen CAR-T-Zellen die Lücke?

Das Therapiespektrum in der Rheumatologie wächst, die Behandlungsmöglichkeiten sind in der Regel gut. Dennoch gibt es Patienten, bei denen die Therapien versagen und keine Remission erzielt werden kann. Können CAR-T-Zellen diese Lücke zukünftig schließen? Die Chancen und Grenzen wurden in der Kongress-Pressekonferenz des Deutschen Rheumatologiekongresses 2026 betrachtet.

Erste Erfolge bei Lupus erythematodes und Co.

CAR-T-Zellen sind bereits seit einigen Jahren in der Hämatoonkologie im Einsatz und werden auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen untersucht. Prof. Dr. med. Ina Kötter, 1. Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie, ordnete die Bedeutung der neuen Immuntherapien ein. Hier sei wichtig, dass CAR-T-Zellen in der Rheumatologie nur bei Autoimmunerkrankungen getestet werden.

Bei der CAR-T-Zelltherapie werden körpereigene T-Zellen in vitro so verändert, dass sie bestimmte Immunzellen binden und ausschalten können. In der Rheumatologie werden B-Zellen adressiert, zentraler Angriffspunkt ist das Oberflächenprotein CD19. Dieser gezielte B-Zell-Angriff führt zu einem sogenannten „Immunreset“ – die Autoimmunität geht verloren, während sich das allgemeine Immunsystem mit wichtigen Funktionen der Infektabwehr wieder aufbaut. Getestet wird die neue Therapieform beispielsweise bei therapierefraktärem systemischem Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis.

Viele offene Fragen

Derzeit bestehende Daten stammen aus frühen klinischen Studien oder Fallserien. Hier könne eine anhaltende Remission bei Patienten mit intensiver medikamentöser Vortherapie beobachtet werden, erklärte die Expertin. Allerdings mangelt es aktuell an Langzeitdaten, sodass wohl noch ein paar Jahre vergehen, bis es zu einem routinemäßigen Einsatz kommt.

Für die breite Routineversorgung brauchen wir jedoch belastbare Langzeitdaten, klare Auswahlkriterien und eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Kommt es zum Einsatz, so wird dieser vermutlich zunächst in erfahrenen Zentren und strukturierten Studienprogrammen stattfinden. Spätestens dann werden auch die hohen Therapiekosten in den Fokus rücken, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Dennoch könnten die neuen Therapien eine wichtige Perspektive bei therapierefraktären Patienten eröffnen.

T-Zell-Engager oder CAR-T-Zellen?

Auch T-Zell-Engager, das sind Antikörper-basierte Wirkstoffe, die T-Zellen mit krankheitsrelevanten Immunzellen in Kontakt bringen, werden in der Rheumatologie erprobt. Vergleichende Daten der beiden neuen Therapieformen fehlen allerdings noch.

Quelle

Professor Dr. med. Ina Kötter, Hamburg. Pressekonferenz „Neue Immuntherapien eröffnen Perspektiven bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen“, veranstaltet am 10. September im Rahmen des Deutschen Rheumatologiekongresses in Leipzig.

Bildquelle

Bild: Seventyfour – adobestock