In einer Phase-3b-Studie war Atogepant dem klassischen Migräneprophylaktikum Topiramat in Wirksamkeit und Verträglichkeit überlegen.
Europäischer Kopfschmerz- und Migränetag
Heute, am 12. September, ist der Europäische Kopfschmerz- und Migränetag der European Migraine & Headache Alliance. In diesem Jahr sollen mit der Kampagne „#Migraine12Stories: every migraine has its own story“ individuelle Patientengeschichten im Fokus des Aktionstages stehen. Durch das wachsende Therapiespektrum, darunter nicht zuletzt der CGRP-Rezeptorantagonist Atogepant, steigt auch die Zahl der Behandlungsmöglichkeiten. Teilweise fehlt es jedoch an Studien, wie innovative Arzneimittel verglichen mit klassischen Therapien abschneiden. In einer aktuellen Phase-3b-Studie stand Topiramat daher nun im direkten Vergleich mit Atogepant zur Migräneprophylaxe.
Weniger Therapieabbrüche unter Atogepant
In der randomisierten, doppelblinden, Phase-3b-Studie mit 24-wöchiger Behandlungsspanne und 52-wöchiger offener Phase wurden Patienten mit Migräne-Vorgeschichte und mindestens vier Migränetagen pro Monat eingeschlossen. Die 545 Patienten erhielten 1:1 randomisiert entweder Atogepant (60 mg täglich) oder Topiramat (50, 75 oder 100 mg/Tag). Primärer Endpunkt war die Verträglichkeit, definiert als Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen.
Das Ergebnis: Unter Topiramat kam es signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen während der Behandlung (30 % vs. 12 %). Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse traten bei 78 % versus 56 % auf. Bei sechs Patienten unter Atogepant und drei Patienten unter Topiramat traten während der Therapie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, wovon jedoch nur eines – in der Atogepant-Gruppe – auf das Studienmedikament zurückzuführen war. Unter Atogepant erreichten außerdem signifikant mehr Patienten eine mindestens 50%ige Reduktion der mittleren monatlichen Migränetage (64 % versus 39 %).
Neue Evidenz
Atogepant zeigte in dieser Head-to-head-Studie eine bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit als das nicht-migränespezifische Prophylaktikum Topiramat. Damit liegt erstmals vergleichende Evidenz der beiden oralen Arzneimittel zur Migräneprophylaxe vor, die bei der individuellen Therapieentscheidung Orientierung bieten kann, schlussfolgern die Studienautoren.
Quelle
Reuter U, Dycke AV, Versijpt J, et al. Tolerability, safety, and efficacy of atogepant versus topiramate in adults with migraine (TEMPLE): a randomised, head-to-head, phase 3b trial. Lancet Neurol. 2026;25(9):806-817. doi:10.1016/S1474-4422(26)00214-0.
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