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Rheumapatienten frühen Therapiezugang ermöglichen

Corinna Elling-Audersch, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, betonte in der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Rheumatologiekongresses 2026 die Wichtigkeit einer frühen Diagnose und Behandlung von rheumatischen Erkrankungen.

Früher Therapiezugang entscheidend

In Deutschland leben rund 17 Millionen Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung, darunter auch Kinder. Gerade bei Kindern ist die Dunkelziffer wahrscheinlich hoch, so Elling-Audersch.

Rheuma ist keine Alte-Leute-Erkrankung!

Ihr eindringlicher Leitsatz: „Rheuma wartet nicht!“ Es macht keine Pause und Entzündungen warten nicht, auch wenn Patienten Monate auf einen Ersttermin beim Rheumatologen warten.

In der Zeit können Gelenke und Organe dauerhaft geschädigt werden. Schmerzen nehmen zu, die Beweglichkeit geht verloren, Betroffene können ihrem Beruf nicht mehr wie gewohnt nachgehen und sind in Selbstständigkeit und Familienleben eingeschränkt.

Der frühe Therapiebeginn innerhalb von drei Monaten („window of opportunity“) verbessert nachweislich die Chancen auf Remission und verhindert bleibende Gelenkschäden, erläuterte Elling-Audersch.

Es fehlen Rheumatologen

„Wir haben ein großes Portfolio an Arzneimitteln“, betonte sie, das Problem seien nicht fehlende Therapiemöglichkeiten, sondern der rechtzeitige Zugang dazu.

Obwohl bekannt ist, dass die ersten Wochen und Monate nach Beginn einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung entscheidend für den weiteren Verlauf sind, warten viele Patienten monatelang auf einen rheumatologischen Facharzttermin. In Baden-Württemberg beispielsweise betrage die Wartezeit etwa neun Monate – es fehlen etwa 700 Rheumatologen. Diese Zeit lasse sich auch später bei der Therapie nicht wieder hereinholen.

Eine früh begonnene Therapie erhält Mobilität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe, betonte Elling-Audersch. Das ist nicht nur für die Lebensqualität der Betroffenen von Bedeutung, sondern mindert auch Folgekosten für das Gesundheitssystem.

Kongresspräsident der DGRh, Prof. Dr. med. Ulf Wagner, sprach sich unter anderem für einen Ausbau der rheumatologischen Facharztweiterbildung aus. Erst dadurch kann eine flächendeckende, verlässliche und wohnortnahe Versorgung gelingen. Es braucht mehr Frühdiagnostik sowie eine schnellere Zuweisung von Verdachtsfällen an den Facharzt. Darüber hinaus müssten mehr multiprofessionelle Versorgungsteams etabliert werden.

Rheuma wartet nicht. Unser Gesundheitssystem aber schon.

Quelle

Corinna Elling-Audersch, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, Bonn, und Prof. Dr. med. Ulf Wagner, Kongresspräsident der DGRh. Rheuma wartet nicht – Warum der frühe Zugang zur internistischen Rheumatologie entscheidend ist. Vorab-Pressekonferenz anlässlich des Deutschen Rheumatologiekongresses 2026 (2. September online).

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