Link zum Beitrag

3 Fragen zu FSME, deren Antworten Sie vielleicht noch nicht kennen

FSME stellt in ganz Deutschland ein zunehmendes Risiko dar. Dabei spielen auch Nagetiere und der eigene Garten eine bedeutende Rolle.

Eine der häufigsten Infektionskrankheiten, die durch einen Zeckenbiss auf den Menschen übertragen werden, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die Fallzahlen steigen, und da es keine wirksame Arzneimitteltherapie gibt, sind präventive Maßnahmen unabdingbar. Die beiden Experten Prof. Dr. Ute Mackenstedt und Prof. Dr. Gerhard Dobler sprachen in einer Pressekonferenz der Universität Hohenheim auch über Infektionsorte, die leicht übersehen werden.

Mehr Zecken, mehr FSME?

Das trifft nur bedingt zu. Die Klima- und Umweltfaktoren beeinflussen Verbreitung und Aktivität der Zecken. Jedoch korreliert die Zahl der Zecken nur vage mit der Zahl der FSME-Infektionen. Prof. Dobler charakterisierte die Nagetiere als „Hauptakteur in der natürlichen Zirkulation“ des FSME-Virus. Das Virus vermehrt sich vorrangig in kleinen Nagetieren wie Mäusen. Diese haben einen kurzen Fortpflanzungszyklus, der sehr sensitiv auf die äußeren Bedingungen reagiert, wodurch die Nagetierpopulation bei schönem Wetter rapide ansteigt. Das hat Auswirkungen auf die Übertragung des FSME-Virus auf die Zecken – und somit auch auf den Menschen.

Der Garten als Infektionsort?

Zwar haben Bayern und Baden-Württemberg mit 80% noch immer den Großteil der FSME-Fälle in Deutschland zu verzeichnen, doch auch in den anderen Bundesländern besteht mittlerweile ein relevantes FSME-Risiko. Impfen lassen sollte sich, wer sich in einem Gebiet mit hohem Risiko in der Natur aufhält. Aber auch in den Gebieten, die entsprechend der Karte der FSME-Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts ein niedriges Risiko haben, gibt es Faktoren, die für eine Impfung sprechen. Beispielsweise sollten ein häufiger Aufenthalt im Wald oder der regelmäßige Spaziergang mit dem Hund in die individuelle Risikoabwägung mit einbezogen werden.

Außerdem sollte auch der Garten als Infektionsort bedacht werden, betonte Mackenstedt. Denn zum einen leben auch hier sowohl Zecken als auch Nagetiere, und zum anderen halten wir uns gerne mal länger im eigenen Stück Natur auf. Ob zum Gärtnern oder zum Entspannen, geeignete Maßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil des eigenen Schutzes.

Können sich Haustiere infizieren?

Laut mehrerer Studien können auch Hunde an FSME erkranken, sprich serologisch positiv sein und einen Krankheitsverlauf aufweisen, der dem erkrankter Menschen ähnelt, wie Prof. Mackenstedt erklärte. Aufgrund dessen können die Tiere auch als sogenannte Sentinels eingesetzt werden. Da die täglichen Spaziergänge mit dem Hund zumeist entlang der gewohnten Wege verlaufen, ist es mithilfe von Untersuchungen möglich, das FSME-Risiko in dem jeweiligen Gebiet zu ermitteln – noch vor Auftreten von Humanfällen.

Katzen dagegen sind refraktär gegenüber der FSME-Viren und erkranken nicht. Dennoch sollten die Haustiere nach Zecken abgesucht werden, damit diese nicht weitergegeben werden.

Quellen

Prof. Dr. Ute Mackenstedt, Universität Hohenheim, Prof. Dr. Gerhard Dobler, Nationales Konsiliarlabor FSME am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Digitale Pressekonferenz im Vorfeld des 8. Süddeutschen Zeckenkongress, am 17.02.2026.

Bildquelle

Madeleine – stock.adobe.com