Eine Impfung gegen Keuchhusten und Grippe während der Schwangerschaft schützt nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind. Eine italienische Studie zeigte, dass Kinder geimpfter Mütter seltener aufgrund dieser Erkrankungen in der Notaufnahme oder im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Hohes Risiko für Säuglinge mit Keuchhusten
Die STIKO empfiehlt allen Schwangeren eine Impfung gegen Grippe ab dem 2. Trimenon und gegen Keuchhusten zu Beginn es 3. Trimenons. Insbesondere die Pertussis-Impfung dient dem Schutz des Neugeborenen, da die gebildeten Antikörper bereits im Mutterleib übertragen werden und so das Kind nach der Geburt schützen, bis es selbst geimpft werden kann.
Prof. Dr. Folke Brinkmann, Lübeck, erläuterte beim Pädiatrie-Kongress 2025, dass die Impfquoten bei Kindern gut sind. Die Auffrischungen bei Erwachsenen allgemein und bei Schwangeren lassen aber zu wünschen übrig. Nur 30 bis 40% der Schwangeren seien geimpft, was viel zu wenig ist, um einen ausreichenden Schutz für Neugeborene zu gewährleisten. Dabei ist die Erkrankung insbesondere für Säuglinge gefährlich. Die Mortalität liegt in der Allgemeinbevölkerung bei unter 0,1%, aber bei bis zu 1% bei Säuglingen, so Brinkmann. Im Meldejahr 2024 musste etwa die Hälfte der erkrankten Säuglinge stationär versorgt werden.
In einer italienischen Kohortenstudie wurde nun untersucht, inwieweit sich die Impfungen gegen Grippe und Keuchhusten während der Schwangerschaft auf die Zahl der Besuche der Notaufnahme und der Hospitalisierungen der Kinder aufgrund dieser Erkrankungen auswirkt.
Maternale Impfung schützt Säugling
Es wurden zwei Kohorten mit gematchten geimpften und ungeimpften Mutter-Kind-Paaren betrachtet. Für die Influenza-Kohorte wurden aufgrund der Grippesaison nur Mutter-Kind-Paare eingeschlossen, bei denen die Kinder vom 1. September bis 28. Februar geboren wurden.
Die Einschlusskriterien erfüllten 171.141 Mutter-Kind-Paare für die Pertussis-Kohorte und 84.348 für die Influenza-Kohorte. In der Schwangerschaft geimpft waren davon dann 70.119 (41,0%) bzw. 5359 (6,4%). In beiden Kohorten wurden die Kinder geimpfter Mütter bis zu einem Alter von 6 Monaten signifikant seltener in der Notaufnahme vorstellig oder hospitalisiert.
Angesichts dieser Ergebnisse und den nach wie vor niedrigen Impfquoten fordern die Autoren gezielte Impfkampagnen für Schwangere durchzuführen, um die Gesundheit der Säuglinge zu verbessern.
Quellen
Maternal Vaccine Receipt and Infant Hospital and Emergency Visits for Influenza and Pertussis. JAMA Netw Open 2026;9(1):e2553179. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2025.53179.
Prof. Dr. Folke Brinkmann, Lübeck. Pertussis – ein Evergreen. Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2025.
Robert Koch-Institut. Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. (RKI-Ratgeber)
Robert Koch-Institut. Keuchhusten (Pertussis) (RKI-Ratgeber)
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