Die Evidenz zu Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen, Probiotika und Co. bei psychischen Störungen ist übersichtlich. Dennoch gibt es fähige Kandidaten.
Leitlinien bringen Licht ins Dunkel
Alles, was wir essen, beeinflusst unsere Gesundheit, auch die psychische. Warum sollten also bestimmte Substanzen mit antiinflammatorischen und/oder antioxidativen Eigenschaften nicht auch therapeutische Wirksamkeit bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen zeigen? Seitens der World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP) und der Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) existieren sogar evidenzbasierte Leitlinien für den Einsatz von Nutri- und Phytozeutika in der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Die beiden Fachgesellschaften analysierten die Studienlage und formulierten anhand des vorliegenden Evidenzgrades Empfehlungen unterschiedlicher Einstufung. Bewertet wurden verschiedene Phytozeutika wie Curcumin und Safran, Vitamine, Omega-3-Fettsäuren, Probiotika, Protein- und Nukleinsäurebausteine, Ballaststoffe sowie Gewürze wie Kurkumin und Weihrauch.
Top-Präparate bei Depression, Schizophrenie und Angst
Für die Indikation Depression erhielt Johanniskraut wenig überraschend eine Empfehlung. Vorläufige Empfehlungen gab es für Safran und Curcuma sowie Zink und Methylfolat. Omega-3-Fettsäuren zeigten in mehreren Studien positive Ergebnisse: Sie werden adjunktiv, jedoch nicht als Monotherapie empfohlen. Ähnlich sieht es für die Probiotika Lactobacillus und Bifidobakterium spp. aus: Sie werden adjunktiv vorläufig und als Monotherapie schwach empfohlen.
Schizophreniepatienten können es mit N-Acetylcystein und Verbindungen auf Folatbasis versuchen (beide vorläufig empfohlen), adjunktiv insbesondere zur Reduktion von Negativsymptomen darüber hinaus mit Methylfolat.
Auch bei Angsterkrankungen wurden vorläufige Empfehlungen ausgesprochen: für Ashwagandha und Lavendel.
Quelle
Sarris J et al. Clinician guidelines for the treatment of psychiatric disorders with nutraceuticals and phytoceuticals: The World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP) and Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) Taskforce. World J Biol Psychiatry. 2022;23:424-55.
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