In der Schwangerschaft sollten enge Glucosebereiche eingehalten werden. Eine kleine aktuelle Studie legt nahe, dass sich diese Bereiche besonders gut mit einer Closed-Loop-Therapie erreichen lassen.
Diabetes als Risikofaktor in der Schwangerschaft
Frauen mit Typ-1-Diabetes haben ein hohes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen, darunter angeborene Fehlbildungen beim Kind, Präeklampsie, Frühgeburten und die Aufnahme des Neugeborenen auf die Intensivstation. Hyperglykämie ist ein beeinflussbarer Risikofaktor für diese Komplikationen.
In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, aber auch schwierig, enge Blutzuckerbereiche einzuhalten. Zu Beginn der Schwangerschaft besteht bei Typ-1-Diabetikerinnen häufig ein höheres Risiko für schwere Hypoglykämien. Im späteren Verlauf erschwert die zunehmende Insulinresistenz die Blutzuckereinstellung.
Bei nicht schwangeren Frauen reduziert die Closed-Loop-Insulintherapie Hyperglykämie, Hypoglykämie und die Belastung durch die Diabetesbehandlung. Ob das auch für schwangere Typ-1-Diabetikerinnen gilt, ist nicht klar, denn dazu liegen bisher nur begrenzt Daten vor. Eine kleine Studie aus Australien und Kanada liefert nun Hinweise, dass diese Systeme auch für Schwangere vorteilhaft sind.
Enge Glucosebereiche einhalten
46 Teilnehmerinnen der Open-Label-Studie erhielten eine Closed-Loop-Therapie, 45 die Standardtherapie mit mehrmals täglichen Injektionen oder einer Insulinpumpe, jeweils mit kontinuierlichem Glucosemonitoring.
Primärer Endpunkt war der prozentuale Anteil der Zeit, die im schwangerschaftsspezifischen Glucosebereich (63–140 mg/dl) verbracht wurde, gemessen durch kontinuierliches Glucosemonitoring von der 16. bis zur 34. Schwangerschaftswoche. Die deutsche Leitlinie definiert als Stoffwechselziele einen HbA1c-Wert von unter 7 % bzw. idealerweise unter 6,5 %. Dieser sollte möglichst bereits vor einer geplanten Schwangerschaft erreicht werden. Eine exakte Stoffwechselkontrolle im schmalen Zielbereich mit einer mittleren Blutglucose bis höchstens 105–110 mg/dl (5,8–6,1 mmol/l) bei einem 6-Punkteprofil (3 prä- und 3 postprandiale Blutglucose-Messungen) sei mit optimalem Wachstum und Geburtsgewicht des Kindes verbunden.
Weniger Hyper- und Hypoglykämien
In der 16. bis 34. Schwangerschaftswoche lag der prozentuale Anteil der Zeit im schwangerschaftsspezifischen Glucosebereich bei 65,4 % in der Closed-Loop-Gruppe und bei 50,3 % in der Gruppe mit Standardversorgung (nicht adjustiert). Zu Studienbeginn lagen die Werte bei 54,2 % und 47,8 %. Aufgrund dieses großen Unterschieds zu Studienbeginn wurden die Ergebnisse noch adjustiert und die mittlere adjustierte Differenz betrug 12,5 Prozentpunkte. Ansonsten waren die beiden Gruppen vergleichbar (Durchschnittsalter 31,7 Jahre; mediane Diabetesdauer 20,4 Jahre; mittlerer HbA1c-Wert zu Beginn der Schwangerschaft 7,4 %).
Auch bei einigen sekundären Endpunkten, zum Beispiel Hypoglykämien in der Nacht, schnitt die Closed-Loop-Gruppe besser ab. Keine Unterschiede zwischen den Behandlungsmethoden gab es bei den HbA1c-Werten oder in Abhängigkeit von der Schwangerschaftswoche. Auch wie Insulin zu Studieneinschluss verabreicht wurde, spielte für den späteren Behandlungseffekt während der Studie keine Rolle mehr.
Die Autoren resümieren, dass schwangere Typ-1-Diabetikerinnen, die ein Closed-Loop-System nutzten, deutlich mehr Zeit im schwangerschaftsspezifischen Glucosebereich verbrachten als diejenigen mit Standardbehandlung. Diese Ergebnisse sprächen für den Einsatz eines Closed-Loop-Systems bei schwangeren Typ-1-Diabetikerinnen.
Quelle
Donovan LE et al. Closed-Loop Insulin Delivery in Type 1 Diabetes in Pregnancy – The CIRCUIT randomized Clinical Trial. JAMA 2025, Published online October 24. doi:10.1001/jama.2025.19578
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