In einer aktuellen Metaanalyse wurden unerwünschte Ereignisse von einer kurzzeitigen, systemischen Glucocorticoid-Therapie bei Kindern und Jugendlichen untersucht. Dabei kam es etwas häufiger zu Schlafstörungen, Hyperglykämien und gastrointestinalen Blutungen.
Belastung für Patienten und Gesundheitssystem
Glucocorticoide werden bei einer Reihe von Erkrankungen bei Kindern eingesetzt, darunter Asthma, Pseudokrupp oder Urtikaria. Die Nebenwirkungen der Therapie gelten zumindest bei Erwachsenen als große finanzielle Belastung für Patienten und Gesundheitssystem. In einer aktuellen Metaanalyse sollten die Nebenwirkungen einer kurzzeitigen systemischen Gabe von Glucocorticoiden bei Kindern untersucht werden.
Häufiger Hyperglykämien, Schlafstörungen und gastrointestinale Blutungen
In die Analyse wurden 45 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 6470 Kindern und Jugendlichen eingeschlossen. In den Studien wurden unerwünschte Ereignisse nach systemischer Glucocorticoid-Kurztherapie (höchstens 14 Tage, mindestens einmal täglich) bei Kindern und Jugendlichen bewertet. Verglichen wurde die Therapie mit Placebo oder nichtsteroidalen Standardtherapien. Die Glucocorticoide wurden am häufigsten zur Behandlung einer Enzephalitis oder Meningitis, Pseudokrupp oder Pneumonie eingesetzt. Das mittlere Alter der Patienten betrug 5,6 Jahre.
In einer gepoolten Analyse lag für die Glucocorticoid-Gruppe im Vergleich zur Placebo/Standardtherapie-Gruppe kein erhöhtes Risiko bezüglich folgender Endpunkte vor:
- Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Risiko-Differenz [RD]: ein Ereignis weniger pro 1000 Patienten)
- Unerwünschte Ereignisse, die zu Beendigung der Therapie führten (RD: 4 Ereignisse mehr pro 1000 Patienten)
- Verhaltensänderungen (RD: 8 Ereignisse mehr pro 1000 Patienten)
Für nachfolgende Endpunkte war das Risiko unter systemischen Glucocorticoiden erhöht:
- Hyperglykämien (RD: 38 Ereignisse mehr pro 1000 Patienten)
- Schlafstörungen (RD: 15 Ereignisse mehr pro 1000 Patienten)
- Gastrointestinale Blutungen (RD: 13 Ereignisse mehr pro 1000 Patienten)
Die Aussagesicherheit der Evidenz war insgesamt moderat, für die gastrointestinalen Blutungen war sie gering.
Untererfassung möglich
Zwar deuten die Ergebnisse der Metaanalyse auf ein erhöhtes Risiko für Hyperglykämien, Schlafstörungen und gastrointestinale Blutungen bei kurzzeitiger, systemischer Glucocorticoid-Therapie hin, doch die Ereignisse waren selten von schwerer Natur, betonen die Studienautoren. Limitiert wird die Studie unter anderem dadurch, dass unerwünschte Ereignisse nicht primärer Fokus der eingeschlossenen Studien waren und die Definitionen dieser meist nicht angegeben waren. Zudem ist eine unvollständige Erfassung unerwünschter Ereignisse wahrscheinlich und könnte zu einer potenziellen Unterschätzung der Risiken geführt haben.
Quelle
Lima JP, Chowdhury SR, Tangamornsuksan W, et al. Adverse Events Following Short-Course Systemic Corticosteroids Among Children and Adolescents: A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Netw Open. 2025;8(9):e2534953. Published 2025 Sep 2. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.34953.
Bilquelle
milatas – stock.adobe.com