Lorundrostat, neuartige Strategie gegen behandlungsresistente Hypertonie

Der Wirkstoff Lorundrostat kann offenbar mehr Kontrolle in die Blutdruckbehandlung bringen. Er greift am Enzym Aldosteronsynthase an und reduziert so die Produktion von Aldosteron in den Nebennieren ohne die Nachteile eines Aldosteron-Antagonisten.

Selektiver Wirkungsmechanismus

Trotz bewährter Kombinationen verschiedener Substanzen erreicht eine Pharmakotherapie bei Hypertonikern nicht immer eine ausreichende Kontrolle. Lorundrostat verfolgt eine neue Strategie und erzielte in einer randomisierten klinischen Phase-III-Studie gute Ergebnisse bei Patienten mit unkontrollierter und behandlungsresistenter Hypertonie.

Dabei zielt der Wirkstoff auf eine dysregulierte Aldosteronproduktion als zentralen Mechanismus bei Bluthochdruck ab. Hintergrund ist, dass beispielsweise durch eine Störung der Nebennierenrinde oder als Folge von Adipositas das Steroidhormon Aldosteron im Überfluss gebildet wird. Hieraus resultieren eine Natriumretention und eine erhöhte Ausscheidung von Kalium sowie als Folgen Hypertonie und Hypokalämie. Störungen im Aldosteronhaushalt und Flüssigkeitsüberlastung sind konsistente Merkmale der behandlungsresistenten Hypertonie sowie der damit verbundenen kardiovaskulären Morbiditäten wie Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen.

Neue Hoffnung bei Bluthochdruck

Es gibt Schätzungen, die von solch einem gestörten Aldosteronhaushalt bei 30% der Hypertoniepatienten ausgehen. Der Einsatz von Aldosteron-Antagonisten scheint zwar naheliegend, führt jedoch zu einem kompensatorischen Anstieg des Serum-Aldosteron-Spiegels und darüber zu Natrium- und Wasserretention sowie einer erhöhten Kaliumausscheidung.

Bisher richten sich als verfügbare Antihypertensiva lediglich Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) an den Aldosteron-Mechanismus. Sie gelten in europäischen und US-amerikanischen Blutdruckleitlinien als Empfehlungen für eine Viertlinien-Zusatzbehandlung für Patienten mit behandlungsresistenter Hypertonie. Die Anwendung erfolgt allerdings wegen antiandrogener und progestogener Nebenwirkungen sowie bestehender Sicherheitsbedenken bei Hyperkaliämie und insbesondere bei Spironolacton sehr zurückhaltend. Hier kann Lorundrostat als Inhibitor des Schlüsselenzyms Aldosteronsynthase mit einer besseren Selektivität als neue Therapiemaßnahme aufwarten.

Senkung bis auf Normalwert

Die Teilnehmer der Studie konnten mit 50 mg Lorundrostat täglich zusätzlich zu ihrer bestehenden Therapie aus zwei bis fünf Antihypertensiva ihren systolischen Blutdrucks nach sechs Wochen um 16,9 mm Hg im Mittel senken. Die Placebogruppe erreichte im Vergleich eine Reduktion um 7,9 mm Hg. Damit ergab sich statistisch hochsignifikanter Unterschied zugunsten von Lorundrostat.

44,1 % der Lorundrostat-Anwender erreichten sogar einen systolischen Wert unter 130 mm Hg und damit einen Normalwert (24,1 % in der Placebo-Gruppe). Diese Senkungsraten hielten über den gesamten Studienzeitraum von zwölf Wochen an.

Quelle

Saxena M, Laffin L, Borghi C, et al.; Launch-HTN Investigators. Lorundrostat in Participants With Uncontrolled Hypertension and Treatment-Resistant Hypertension: The Launch-HTN Randomized Clinical Trial. JAMA. 2025 Aug 5;334(5):409-418. doi: 10.1001/jama.2025.9413. PMID: 40587141; PMCID: PMC12210145.

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