Welche Arzneimittel helfen am besten bei chronischer Urtikaria?

Eine chronische Urtikaria wird meist mit Antihistaminika behandelt. Lindern diese die Symptome nicht zufriedenstellend, können andere systemische Arzneimittel eingesetzt werden. Unter vielen verfügbaren Optionen scheint Omalizumab die beste Wahl zu sein.

Starke Beeinträchtigung der Lebensqualität

Die chronische Urtikaria („Nesselsucht“) ist durch das wiederkehrende Auftreten juckender Quaddeln und/oder Angioödeme über mindestens sechs Wochen gekennzeichnet. Da die Erkrankung die Lebensqualität stark beeinträchtigt, ist Symptomfreiheit ein erklärtes Therapieziel. Neben den Erstlinientherapien Antihistaminika und Leukotrienrezeptorantagonisten stehen mehrere systemische Behandlungen zur Verfügung. Es ist jedoch nicht klar, welche dieser Arzneimittel nach Versagen der Erstlinientherapie am besten wirken, bei gleichzeitig guter Verträglichkeit.

In einem aktuellen Review mit Metaanalyse wurde genau diese Fragestellung adressiert. Untersucht wurde die Auswirkung verschiedener Wirkstoffe auf die Quaddeln und das Angioödem sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität und das Auftreten unerwünschter Ereignisse. Eingeschlossen wurden 93 Studien mit über 11.000 Patienten, in denen 42 Interventionen ausgewertet wurden.

Vergleich zahlreicher Wirkstoffe

Mit hoher Sicherheit gehören Omalizumab in Standarddosis (300 mg alle 4 Wochen) und der Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Remibrutinib zu den wirksamsten Medikamenten zur Verbesserung mehrerer patientenrelevanter Endpunkte. Allerdings ist Remibrutinib bisher nicht zugelassen und das Nebenwirkungsprofil noch nicht final gesichert. Dupilumab verbesserte Symptome der Quaddeln wie den Juckreiz, der Einfluss auf Angioödeme und die Lebensqualität wurde aber in keiner Studie untersucht.

Ciclosporin gehörte zu den wirksamsten Mitteln, hatte aber auch viele Nebenwirkungen und war so mit am schlechtesten verträglich. Azathioprin, Dapson, Hydroxychloroquin, Mycophenolat, Sulfasalazin und Vitamin D können die Ergebnisse verbessern. Für Benralizumab, Quilizumab und Tezepelumab ist die Datenlage nicht ausreichend, möglicherweise geht ihr Effekt aber nicht über den von Placebo hinaus.

Die Ergebnisse waren über alle Altersgruppen und Schweregrade hinweg konsistent und auch in Subgruppenanalysen zeigten sich keine Unterschiede.

Therapieoptimierung möglich

Die Autoren resümieren, dass ihre Ergebnisse angesichts der hohen weltweiten Prävalenz der chronischen Urtikaria und der beträchtlichen Zahl von Patienten, bei denen die Symptome mit Erstlinientherapien nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht werden können, zu einer Therapieoptimierung der betroffenen Patienten beitragen können. Von den verfügbaren Arzneimitteln schnitt Omalizumab hinsichtlich Wirksamkeit bei mehreren patientenrelevanten Endpunkten mit gleichzeitig günstigem Sicherheitsprofil über den gesamten Untersuchungszeitraum am besten ab. Darüber hinaus könnten Begleiterkrankungen die Entscheidung für einen bestimmten Wirkstoff begünstigen: Omalizumab ist insbesondere auch bei komorbider Nahrungsmittelallergie geeignet, während Dupilumab bei begleitender chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen oder atopischer Dermatitis besonders vorteilhaft sein könnte. Der Nutzen konventioneller Immunsuppressiva ist laut den Autoren fraglich.

Quelle

Chu AWL, et al. Comparative efficacy and safety of biologics and systemic immunomodulatory treatments for chronic urticaria: Systematic review and network meta-analysis. J Allergy Clin Immunol 2025 Jul 11:S0091-6749(25)00646-3. doi: 10.1016/j.jaci.2025.06.004. Online ahead of print.

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