Durch die VR-Brille: Ängste im OP lindern

Ob digitale Interventionen wie Virtual Reality bei pädiatrischen Operationen Ängste und Schmerzen lindern können, war die Fragestellung einer aktuellen Metaanalyse.

Nichtmedikamentöse Ansätze fördern

Eine ungewohnte Umgebung, Angst vor Schmerzen oder die Trennung von den Eltern – für jüngere Patienten ist eine Operation oft eine besondere psychische Belastung. Pharmazeutische Interventionen wie Midazolam können hier Abhilfe schaffen, werfen aber teils Bedenken bezüglich unerwünschter Effekte und der Sicherheit auf. Als Alternative können digitale Interventionen dienen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Virtual Reality schlägt Midazolam

In die Netzwerk-Metaanalyse wurden 49 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 4535 Patienten mit einem Höchstalter von 18 Jahren eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 7,4 Jahre. Das Forscherteam verglich sechs verschiedene perioperative Interventionen. Unter diesen konnten präoperative Ängste und postoperative Schmerzen in folgendem Ausmaß gelindert werden, verglichen mit der Kontrollgruppe (standardisierte Mittelwertdifferenz [SMD]):

  1. Virtual Reality: −1,14 und –1,09
  2. 2D-Videos: –1,08 und –0,56
  3. 2D-Spiele: −1,02 und –0,87
  4. „Erweiterte“ Kontrolle: –0,83 und –0,25
  5. Interaktiver Roboter: –0,63 und keine Angaben
  6. Midazolam: –0,59 und keine Angaben

Die Aussagesicherheit der Evidenz der Interventionen wurde als moderat bis gering eingestuft. Zur Gruppe der „erweiterten“ Kontrolle gehörten Patienten, die zuvor für Kinder aufbereitete Infomaterialen zur perioperativen Versorgung erhalten hatten, darunter Broschüren oder Puppenspiele. Die Compliance war in der Virtual-Reality-Gruppe am höchsten.

Vielversprechende Interventionen

Insbesondere Virtual Reality sowie 2D-Videos und -Spiele linderten die Ängste und Schmerzen der Kinder und Jugendlichen. Die Autoren sprechen sich daher für eine breite Ausrollung derartiger digitaler Interventionen im OP aus.

Limitationen der Studie sehen die Autoren unter anderem in der Heterogenität der eingeschlossenen Studien. Außerdem weisen sie auf die hohen Kosten und technologischen Erfordernisse bei Nutzung digitaler Ansätze wie Virtual Reality hin.

Virtueller Oktoberfest-Besuch
Nicht nur Operationsängste kann die VR-Brille lindern: Erst kürzlich wurde sie in einer Münchner Klinik genutzt, um Kindern einen virtuellen Besuch auf dem Oktoberfest zu ermöglichen

 

Quelle

Luo Z, Zhou R, Nong K, et al. Digital Health Interventions in Pediatric Perioperative Care: A Network Meta-Analysis. JAMA Pediatr. Published online September 15, 2025. doi:10.1001/jamapediatrics.2025.3099.

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