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Aktionstag für mehr Hitzeresilienz

Erhöhte Krankheitslast, vermehrte Krankenhauseinweisungen und Rettungsdiensteinsätze, mehr Todesfälle: Das Gesundheitssystem wird während Hitzeperioden stark belastet. Wie kann man vulnerable Gruppen vor extremer Hitze schützen? Was müssen Bund, Länder und Kommunen tun, um Gefahren durch Hitzewellen zu reduzieren? Diese und weitere Fragen waren Thema einer Pressekonferenz anlässlich des 3. Hitzeaktionstags.

Hitzeschutz für alle

Hitze ist das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Dr. med. Martin Herrmann, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., zufolge liegen die Durchschnittstemperaturen inzwischen bereits 2,6 °C über dem langjährigen Mittel. Um auf die Gefahr, die von extremen Hitzeperioden ausgeht, aufmerksam zu machen und Maßnahmen voranzubringen, wurde der Hitzeaktionstag ins Leben gerufen. Von solchen Tagen dürfe jedoch nicht nur Aktionismus ausgehen, betonte Dr. med. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK). Stattdessen müsse nachhaltig gehandelt werden.

Schon jetzt konnte eine bedeutsame Übersterblichkeit an Hitzetagen gezeigt werden. Beeinträchtigt von extremer Hitze sind nicht nur vulnerable Gruppen. Alle Menschen seien betroffen. Insbesondere Personengruppen mit erhöhtem Risiko, darunter Ältere, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen, Säuglinge, Schwangere und Kinder, sind durch hohe Temperaturen gesundheitlich stark gefährdet. Zudem wachse die vulnerable Gruppe der Älteren aufgrund der demographischen Entwicklung. Es gelte, Resilienz in der Bevölkerung aufzubauen, wie Christine Denk, Geschäftsführerin des Deutschen Pflegerates, ausführte.

„Die Klimakrise ist Realität“

Hitzeschutz und Klimaschutz gehören zusammen, sagte Daniel Eggstein, Referent für Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit, Klima-Allianz Deutschland. Dem schloss sich auch Herrmann an. So sei es ein „Kunstfehler“, Baumaßnahmen nicht gleich umzusetzen. Bei der Planung von Wärmeschutzmaßnahmen könne man zum Beispiel gleich an Kälteschutzmaßnahmen denken. „Hinterher kostet es mehr.“

Es ist wichtig, dass wir uns auf den Sommer freuen. […] Aber es ist auch wichtig zu wissen, welche Gefahren herrschen und wie man sich schützen kann.

Auch die Krankenhäuser müssen gegen Hitze resilient werden, sagte Prof. Dr. Henriette Neumeyer, Stellv. Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Rund 40% der Krankenhäuser setzen sich bereits mit dem Thema auseinander, sei es mit baulichen Maßnahmen oder entsprechender Kleidung für das medizinische Personal. Man müsse wissen, welche Bereiche als Hitzefalle fungieren können, ergänzte Herrmann.

Die Produktivität leide nicht nur im überhitzten Büro. Vor allem im Freien sei Arbeitsschutz wichtig – etwa für Mitarbeiter der Müllabfuhr. Eine einfache Maßnahme sei es, Arbeitszeiten in die frühen Morgenstunden zu verschieben. Dem stünde jedoch nicht selten die Lärmentwicklung im Wege.

Die Experten waren sich einig: Hitzeschutz sei eine gemeinschaftliche Aufgabe. „Das geht nur als Aktionsbündnis auf Augenhöhe.“

Quelle

Bundesärztekammer, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG), AWO Bundesverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Deutscher Pflegerat, GKV-Spitzenverband, Klima-Allianz Deutschland. Pressekonferenz zum Hitzeaktionstag, 3. Juni 2025, Berlin/online. https://hitzeaktionstag.de

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