Link zum Beitrag

S3-Leitlinie Supportive Therapie bei Krebs überarbeitet

Die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ wurde kürzlich aktualisiert. Neu hinzugekommen ist beispielsweise ein Kapitel zur Kardiotoxizität von Onkologika.

Nebenwirkungsspektrum nimmt zu

In den vergangenen Jahren wurden viele neue Wirkstoffe im Bereich der Onkologie zugelassen. Eine besondere Rolle spielen aktuell beispielsweise die zahlreichen neuen Small Molecules oder Antibody Drug Conjugates. Doch mit den innovativen Arzneimitteln kommt es auch zu neuartigen Nebenwirkungen, die im Rahmen einer Supportivtherapie behandelt werden müssen. Um eine evidenzbasierte und patientenzentrierte Versorgung zu gewährleisten, wurde die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ nun überarbeitet.

Neue Themen: Immuncheckpoint-Inhibitoren und Kardiotoxizität

Wesentliche Neuerungen der Leitlinie bestehen in den zwei neu hinzugekommenen Themen Kardiotoxizität und immunvermittelte Nebenwirkungen von Immuncheckpoint-Inhibitoren, denen eigene Kapitel gewidmet wurden. Bezüglich der Kardiotoxizität gewährleistet die Leitlinie nun einen detaillierten Überblick über die Risiken der unterschiedlichen Onkologika sowie zu Risikofaktoren der Patienten und Therapieempfehlungen. Dadurch soll eine zeitnahe Identifizierung besonders vulnerabler Patienten gewährleistet werden, die häufig noch über die Therapie hinaus an Langzeit-Nebenwirkungen leiden.

Das neue Kapitel zum Nebenwirkungsmanagement von Immuncheckpoint-Inhibitoren soll zur Aufklärung patientenindividueller und therapiebezogener Risiken beitragen, um eine risikoadaptierte Therapie zu gewährleisten. Hintergrund des neuen Kapitels sind immunvermittelte Nebenwirkungen der Wirkstoffklasse.

Weitere Aktualisierungen

Weitere wesentliche Neuerungen gibt es auf dem Gebiet Haut- und Neurotoxizität: Hier umfasst die Leitlinie nun Informationen zu Arzneimittelexanthemen, die eine enge Zusammenarbeit mit Hautärzten erfordern, sowie zur zentralen Neurotoxizität von Onkologika. Für Letztere sei die Datenlage zwar aktuell noch begrenzt und es gebe keine wirksame medikamentöse Prophylaxe, doch es sei wichtig, die Nebenwirkung zu erkennen und richtig einzuschätzen, sagte Dr. Franziska Jahn, Universitätsklinikum Halle/Saale, die an der Koordinierung der Leitlinie beteiligt war. Zusätzlich werden in der Leitlinie jetzt Angaben zum Nebenwirkungsmanagement bei Bestrahlungen des Urogenitaltrakts gemacht, um stark belastende Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder erektile und sexuelle Beeinträchtigungen zu verhindern bzw. besser therapieren zu können.

Die S3-Leitlinie ist auf der Webseite des Leitlinienprogramms Onkologie abrufbar. Die Inhalte sind zudem in der kostenfreien Leitlinien-App integriert.

Quellen

  1. Deutsche Krebsgesellschaft. Nebenwirkungsmanagement bei Krebs: S3-Leitlinie Supportive Therapie aktualisiert. Pressemitteilung vom 21.05.2025.
  2. Leitlinienprogramm Onkologie. Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen. Version 2.0 – April 2025 AWMF-Registernummer: 032-054OL.

Bildquelle

annamaria – stock.adobe