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Resilienz und Arbeitszufriedenheit im Gesundheitssystem

„Was können wir tun, um unsere Patienten qualitativ hochwertig zu behandeln – und gleichzeitig selbst gesund und leistungsfähig zu bleiben?“ Die Veranstalter des diesjährigen Internistenkongresses stellen die Situation der Mitarbeiter in den Mittelpunkt.

Stark bleiben unter Belastungen

Das Motto „Resilienz – sich und andere stärken“ des 131. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), macht deutlich: Angesichts der wachsenden Herausforderungen werden Strategien zur Stärkung der Widerstandskraft immer wichtiger.

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen und an Herausforderungen zu wachsen. Gerade im Gesundheitswesen sind diese allgegenwärtig, betonte DGIM-Kongresspräsident Prof. Dr. med. Jan Galle, Lüdenscheid, im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz. Strukturreformen, Fachkräftemangel und Finanzierungsprobleme beeinflussen direkt die medizinische Versorgung, ebenso wie globale Krisen und kriegerische Konflikte.

Zufrieden und gut arbeiten

Resilienz ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Versorgungsqualität, erläuterte Dr. med. Mariam Abu-Tair, Bielefeld. In Bereichen der Inneren Medizin mit hohen interdisziplinären Anforderungen, chronisch komplexen Krankheitsbildern und einer langfristigen Arzt-Patienten-Bindung stelle Resilienz eine zentrale Ressource für das gesamte Team dar. Nicht nur die klinische Tätigkeit ist gefragt, sondern außerdem eine hohe administrative Leistung, Koordination im interprofessionellen Team und emotionale Kompetenz im Umgang mit teilweise schwer chronisch erkrankten Patienten.

Wichtig in diesem Zusammenhang sei die Arbeitszufriedenheit. Nur wer in einem wertschätzenden, unterstützenden Umfeld arbeitet, kann Belastungen nachhaltig bewältigen, nachweislich besser mit Stress und Stressoren jeglicher Art umgehen und über Jahre hinweg Freude an der medizinischen Tätigkeit empfinden, so Abu-Tair. Als entsprechende Faktoren nannte sie flexible Dienstmodelle, gerechte Vergütung und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Ich kann mein Handy ausschalten, wenn ich frei habe, im Urlaub bin – weil ich darauf vertrauen kann, dass mein Team auch ohne mich funktioniert.“

Team gezielt stärken

Konkrete Maßnahmen können Resilienztrainings und eine strukturelle Entlastung im Arbeitsalltag sein, ferner Dienstmodelle, die echte Erholung ermöglichen. Weiterhin helfen klare Führungsstrukturen, gegenseitige Wertschätzung, eine funktionierende Kommunikation und ein offener Umgang mit Belastungsgrenzen, um Burn-out vorzubeugen.

Ich habe gelernt, meine Grenzen zu erkennen – und um Hilfe zu bitten, wenn es notwendig ist.“

Im Idealfall sind Führungspersonen kommunikativ und menschlich geschult, Teambildung und Feedbackkultur an der Tagesordnung. Führungskräftetrainings oder Mentoring können hier unterstützen. Individuelle Karrierewege müssen möglich sein, ohne dass die Work-Life-Balance darunter leidet, gegenseitige Unterstützung über alle Berufsgruppen hinweg zur gelebten Realität werden. Dokumentationspflichten und Kompetenzen können gleichmäßig verteilt werden.

Resilienz beinhaltet auch die Möglichkeit, Ärger und Frustration an einem geschützten Ort äußern zu können. Auch persönliche Erfahrungen sowie Schreckensnachrichten können für Mitarbeitende belastend sein und sollten aufgefangen werden. Nicht zuletzt ist ein positives Arbeitsumfeld die beste Motivation für Ärzte, ein ganzes Berufsleben dort zu verbringen und die beste Werbung für medizinischen Nachwuchs.

Quelle

Prof. Dr. med. Jan Galle, Lüdenscheid, Dr. med. Mariam Abu-Tair, Bielefeld. Resilienz in der Medizin: DGIM lädt zur Jahrestagung nach Wiesbaden. Vorab-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM) anlässlich des 131. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. am 23. April 2025.

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