Statine können offenbar bei chronischen Lebererkrankungen das Risiko für weitere Organschäden und Leberkrebs reduzieren.
Fortschreitende Schädigungen
Für Patienten mit chronischer Lebererkrankung (CLD) steigt mit dem Krankheitsverlauf und fortschreitender Fibrose auch das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom (HCC). Das könnten Statine stoppen. Hinweise auf entzündungshemmende, antifibrotische und antioxidative Mechanismen durch diese Wirkstoffklasse existieren bereits.
Inwieweit hat eine solche Medikation tatsächlich Auswirkungen auf die Entstehung eines HCC, einer Leberdekompensation und die Fibroseprogression? Dieser Frage gingen die Autoren einer aktuellen Kohortenstudie nach. Sie analysierten die Daten von rund 16.500 Patienten mit CLD, davon nahmen 3610 Statine ein.
Vorteile durch die Einnahme
Dabei zeigte sich die Einnahme von Statinen (kumulative definierte Tagesdosis von ≥ 30) als signifikant verbunden mit einer niedrigeren kumulativen Zehn-Jahres-Inzidenz von HCC und Leberdekompensation. Für die Statinanwender ergab sich ein um 33 % geringeres Risiko für HCC und ein um 22 % geringeres Risiko für eine Leberdekompensation. Die Studienautoren resümierten: Die Einnahme von Statinen war durchweg mit einem signifikant verringerten Risiko für HCC und Leberdekompensation verbunden, auch bei Subgruppen, beispielsweise für Patienten mit Metabolic Dysfunction-associated Steatotic Liver Disease (MASLD).
Lipophile Varianten am effektivsten
Insbesondere lipophile Statine (Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pitastatin und Simvastatin) konnten überzeugen. Diese waren nicht nur mit einer besonders ausgeprägten Risikoreduktion für HCC- und Leberdekompensation assoziiert, sondern zudem mit weiteren Vorteilen. So ging mit der Medikation eine verringerte Wahrscheinlichkeit einher, in höheren Einstufungen des Fibrose-4-Scores (Score zur Abschätzung des Leberfibrosegrades) zu bleiben oder von niedrigeren in höhere überzugehen.
Mit der Dauer der Statineinnahme (≥ 600 kumulative definierte Tagesdosis) stieg deren positiver Effekt. Ebenso verringerte sich das HCC-Risiko weiter mit der Anwendung von Acetylsalicylsäure sowie Metformin.
Quelle
Choi J, Nguyen VH, Przybyszewski E, et al. Statin use and risk of hepatocellular carcinoma and liver fibrosis in chronic liver disease. JAMA Intern Med 2025. Published online March 17, 2025. doi:10.1001/jamainternmed.2025.0115 (Zugriff am 17.04.2025).
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