Der Konsum von mehr als 250 ml eines gesüßten Getränks pro Tag führte in einer Studie zu einem erhöhten Risiko für chronische Nierenerkrankungen. Dabei schien es irrelevant, ob die Getränke künstliche Süßstoffe oder Zucker enthielten.
Limo (light), Fruchtsaft oder Wasser?
Dass Softdrinks nicht gerade gesund sind, ist den meisten bewusst. Die süßen Getränke enthalten oft eine große Menge an Zucker oder künstlichen Süßstoffen. Sie stehen daher immer häufiger in der Kritik für ein erhöhtes Risiko kardiometabolischer Krankheiten. Weiterhin wird ein höheres Risiko für Nierenerkrankungen diskutiert. Doch welchen Einfluss haben die Getränke tatsächlich auf das Risiko für chronische Nierenerkrankungen? Und sind künstlich gesüßte Getränke oder Fruchtsäfte ein würdiger Ersatz? Diese Fragen stellten sich die Autoren einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde.
Die Untersuchung war als prospektive, populationsbasierte Kohortenstudie angelegt. Insgesamt wurden 127.830 Teilnehmer zwischen 40 und 69 Jahren in die Analyse eingeschlossen. Die Teilnehmer führten ein tägliches Verzehrprotokoll. Dabei mussten sie angeben, wie viel Fruchtsaft, zuckergesüßte Getränke und mit künstlichen Süßstoffen versetzte Getränke sie täglich zu sich nahmen.
Insgesamt traten 4459 Fälle chronischer Nierenerkrankungen während des Follow-ups von 10,5 Jahren auf. Dabei ergab sich ein erhöhtes Risiko für Teilnehmer, die mehr als 250 ml zuckerhaltiger Getränke pro Tag zu sich nahmen, verglichen mit keinem Konsum süßer Getränke (adjustierte Hazard-Ratio [AHR] 1,19; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,05–1,34). Für Teilnehmer, die anstelle des zuckerhaltigen ein künstlich gesüßtes Getränk zu sich nahmen, war das Risiko ebenfalls erhöht (AHR 1,26; 95%-KI 1,12–1,43). Interessanterweise konnte für den Konsum von mehr als 250 ml Fruchtsaft täglich kein erhöhtes Risiko festgestellt werden (HR 0,99; 95%-KI 0,87–1,11).
Fruchtsäfte dennoch in Maßen genießen
Die Ergebnisse der Studie deuten an, dass der Konsum von mehr als 250 ml eines gesüßten Getränks das Risiko für Nierenerkrankungen erhöht. Wurde der Zucker durch Süßstoff ersetzt, war das Risiko sogar noch etwas höher. Für Fruchtsäfte konnte kein erhöhtes Risiko festgestellt werden. Diese sind jedoch aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils dennoch mit Vorsicht zu genießen: In vergangenen Studien war das Getränk häufig mit Gewichtszunahmen, metabolischem Syndrom und mit Diabetes mellitus Typ 2 assoziiert [1, 2].
Quelle
Heo GY, et al. Sweetened beverage intake and incident chronic kidney disease in the UK biobank study. JAMA Netw Open 2024;7:e2356885.
Weitere Literatur
[1] Ferreira-Pêgo C, et al. Frequent consumption of sugar- and artificially sweetened beverages and natural and bottled fruit juices Is associated with an increased risk of metabolic syndrome in a mediterranean population at high cardiovascular disease risk. J Nutr 2016;146:1528–36.
[2] Chen V, et al. Relation of fruit juice with adiposity and diabetes depends on how fruit juice is defined: a re-analysis of the EFSA draft scientific opinion on the tolerable upper intake level for dietary sugars. Eur J Clin Nutr 2023;77:699–704.