Eine tägliche Supplementierung mit Vitamin D bzw. Omega-3-Fetten konnte in einer Studie das Risiko für Autoimmunerkrankungen senken. Die Vitamin-D-Gabe hatte allerdings keinen dauerhaften Effekt über die Einnahmedauer hinweg.
Studie plus Follow-up
In der randomisierten VITAL-Studie aus den USA wurden die Effekte einer Supplementation mit Vitamin-D sowie Omega-3-Fettsäuren untersucht. Mehr als 25.800 Teilnehmer über 50 Jahren erhielten in einer 1:1:1:1-Randomisierung täglich über rund fünf Jahre
- 2000 I.E. Vitamin D (Colecalciferol) und 1 g marine Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure und Docohexaensäure)
- Vitamin D plus ein Omega-3-Placebo
- Omega-3-Fettsäuren plus ein Vitamin-D-Placebo
- zwei Placebos
Neu auftretende Erkrankungen wurden anhand der Krankenakten erfasst.
An dem daran angeschlossenem zweijährigen Follow-up nahmen mehr als 21500 Teilnehmer teil. In einer aktuell dazu vorgestellten Analyse lag der Fokus auf der Entstehung der Autoimmunerkrankungen rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, Psoriasis, autoimmune Schilddrüsenerkrankung und entzündliche Darmerkrankungen.
Effekt für Vitamin D größer, …
Kardiovaskuläre Ereignisse und Tumorerkrankungen konnten sowohl unter Vitamin-D- als auch Omega-3-Supplementation geringfügig, allerdings nicht signifikant, vermindert werden. Autoimmunerkrankungen traten während der Studie unter Vitamin-D-Supplementierung seltener auf: Es ergab sich eine 22%ige Verringerung des Risikos durch die Nahrungsergänzung. Die größte Wirkung trat bezüglich Psoriasis-Vorbeugung auf. Die Verringerung durch Omega-3-Fettsäuren lag bei 18% und war statistisch nicht signifikant. Hier war der größte Effekt bei rheumatoider Arthritis und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu beobachten.
… aber kürzer
Im Zweijahres-Follow-up erkrankten 255 Teilnehmer mit Vitamin-D-Supplementation und 259 ohne an einer Autoimmunerkrankung (Hazard-Ratio [HR] 0,98; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,83–1,17). Nach der Omega-3-Einnahme trat bei 234 Teilnehmern aus der Verum-Gruppe eine Autoimmunerkrankung auf und bei 280 in der Placebo-Gruppe (HR 0,83; 95%-KI 0,70–0,99). Damit hielt die schützende Wirkung von Vitamin D nach dem Absetzen nicht an, die Risikosenkung konnte nicht aufrechterhalten werden. Dagegen konnte die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren über die gesamten zwei Jahre Nachbeobachtung das Erkrankungsrisiko weiterhin senken.
Vitamin D langfristig einnehmen?
Die Studienautoren sehen in einer kontinuierlichen Vitamin-D- und Omega-3-Supplementierung eine empfehlenswerte Maßnahme zur Vorbeugung von Autoimmunerkrankungen. Da der Nutzen nach Beendigung der Vitamin-D-Einnahme vergleichsweise schnell nachlässt, sollte ihrer Meinung nach diese Supplementation langfristig für mehr als fünf Jahre erfolgen. Inwieweit diese Empfehlung generell und für alle gilt, muss in weiteren Studien untersucht werden.
Quelle
Costenbader KH, Cook NR, Lee IM, Hahn J, et al. Vitamin D and marine n-3 fatty acids for autoimmune disease prevention: outcomes two years after completion of a double-blind, placebo-controlled trial. Arthritis Rheumatol 2024. doi: 10.1002/art.42811. Epub ahead of print.