Auch nach der Pandemie werden weiterhin Behandlungsoptionen für COVID-19-Patienten benötigt. In einer aktuellen Studie wurde der antivirale Wirkstoff Simnotrelvir in Kombination mit Ritonavir getestet.
Neues orales Arzneimittel gegen COVID-19
Trotz der verfügbaren Impfungen gegen SARS-Cov-2 werden für manche Patienten antivirale Arzneimittel zur Behandlung der Infektion benötigt. Bereits verfügbar sind unter anderem verschiedene Antikörper sowie kleine Moleküle (small molecule inhibitors [SMI]), die Enzyme hemmen.
Simnotrelvir ist ein Proteaseinhibitor, der wie Nirmatrelvir (Bestandteil von Paxlovid®) das Enzym 3-Chymotrypsin-like Protease (3CLpro) hemmt und oral in Kombination mit Ritonavir verabreicht wird.
In einer aktuellen Studie der Phase II–III wurden Effektivität und Sicherheit des Wirkstoffs gegenüber Placebo untersucht. Teilnehmen durften Patienten mit leichter oder moderater Ausprägung der Erkrankung.
Vorteil Simnotrelvir
1208 Patienten wurden in die doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie eingeschlossen. Sie erhielten entweder 750 mg Simnotrelvir plus 100 mg Ritonavir oder Placebo zweimal täglich für fünf Tage. Therapiebeginn war spätestens 72 Stunden nach Einsetzen der Symptome. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Abklingen der Symptome (keine von 11 COVID-typischen Symptomen für mindestens zwei Tage).
Diese war unter Simnotrelvir um knapp 36 Stunden signifikant kürzer als unter Placebo (180,1 vs. 216 Stunden). Auch die Viruslast war unter Simnotrelvir niedriger. Nebenwirkungen kamen dagegen in der Verumgruppe häufiger vor (29,0% vs. 21,6%) und waren leicht bis moderat ausgeprägt.
Die Autoren resümieren, dass Simnotrelvir bei erwachsenen COVID-Patienten die Zeit bis zum Abklingen der Symptome verkürzen kann, ohne dass relevante Sicherheitsbedenken bestehen.
Quelle
Bin Cao MD, et al. Oral Simnotrelvir for Adult Patients with Mild-to-Moderate Covid-19. N Engl J Med 2024;390:230-41. DOI: 10.1056/NEJMoa2301425