Schlafapnoe: Wenig Schlaf erhöht Gesamtmortalität

Die Schlafapnoe ist eine weit verbreitete Schlafstörung und geht häufig mit einer erhöhten Mortalität einher. In einer aktuellen Studie wurde ermittelt, ob ein Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und der Gesamtmortalität bei Schlafapnoe-Patienten besteht.

Risiken der Schlafapnoe

Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) bekommen in der Nacht schlechter Luft oder haben Atemaussetzer, bedingt durch einen Verschluss der Atemwege im Schlaf. Neben Symptomen wie Müdigkeit kann die Schlafapnoe auch längerfristige Auswirkungen haben. Dazu zählt beispielsweise ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko oder der Rückgang kognitiver Fähigkeiten, wodurch die Gesamtmortalität von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe erhöht wird. In der referierten Kohortenstudie wurde untersucht, ob die objektive Schlafdauer dieser Patientengruppe einen zusätzlichen Einfluss auf die Gesamtmortalität hat.

Mindestens sieben Stunden sollten es sein

Die Kohortenstudie bezog sich auf Daten der Sleep-Heart-Health-Studie (SHHS). Hierbei wurden OSA-Patienten zwischen 1995 und 1998 mittels Fragebögen und Polysomnographie rekrutiert. Für die referierte Studie wurden die Daten von 2574 OSA-Patienten ausgewertet. 36,8% der Teilnehmer waren Frauen und das durchschnittliche Alter der Teilnehmer betrug 65,4 Jahre.

Die Patienten gehörten vier Gruppen an, die folgende gesamte nächtliche objektive Schlafdauer zeigten. Letztere wurde zu Beginn der Studie mittels polysomnographischer Schlafaufzeichnung ermittelt:

  • Gruppe 1: Mindestens sieben Stunden (13,3%)
  • Gruppe 2: Sechs bis weniger als sieben Stunden (35,3%)
  • Gruppe 3: Fünf bis weniger als sechs Stunden (31,1%)
  • Gruppe 4: Weniger als fünf Stunden (20,3%)

Insgesamt wurden während des Follow-ups der Studie von im Median 11,8 Jahren 688 Todesfälle verzeichnet: 17,0% in Gruppe 1 (58 von 341), 26,4% in Gruppe 2 (240 von 909), 26,1% in Gruppe 3 (209 von 801) und 34,6% in Gruppe 4 (181 von 523). Nach Bereinigung der Werte bezüglich Alter, Geschlecht, BMI und weiteren Störvariablen konnte für die Gruppen 2-4 ein signifikant höheres Gesamtmortalitätsrisiko bestimmt werden als für Gruppe 1. Dabei lagen folgende Hazard-Ratios (HR) vor:

  • Gruppe 2: HR 1,53 (95%-Konfidenzintervall [KI] 1,13­–­2,07)
  • Gruppe 3: HR 1,40 (95%-KI 1,03–1,90)
  • Gruppe 4: HR 1,64 (95%-KI 1,20–2,24)

Fazit

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass eine objektive Schlafdauer von weniger als sieben Stunden bei Patienten mit OSA die Gesamtmortalität signifikant erhöht. Interessant ist auch: Zwischen der subjektiven Schlafdauer (durch Befragungen ermittelt) und der Gesamtmortalität wurde in dieser Studie kein signifikanter Zusammenhang ermittelt. Insgesamt wurde die Schlafdauer daher subjektiv anders bewertet als tatsächlich vom Sensor gemessen.

Quelle

Lin Y, et al. Objective sleep duration and all-cause mortality among people with obstructive sleep apnea. JAMA Netw Open 2023;6:e2346085.