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BMJ Christmas 2023: Wie (un)gesund sind Weihnachtsdesserts?

Wie wirken sich die Zutaten von Weihnachtsdesserts auf unsere Gesundheit aus? Diese Frage wurde in einem aktuellen Umbrella-Review der Weihnachtsausgabe des British Medical Journals (BMJ) untersucht.

Umbrella-Review eines Umbrella-Reviews einer Metaanalyse

Besonders über die Feiertage spielen ausgiebige Mahlzeiten für viele Familien eine große Rolle. Auch die Desserts, die häufig mit tierischen Fetten und viel Zucker zubereitet werden, tragen dazu bei, dass die Kalorienaufnahme über Weihnachten im Durchschnitt ansteigt. Doch welche Zutaten haben es besonders in sich? In einem Umbrella-Review der aktuellen Weihnachtsausgabe des British Medical Journals wurde untersucht, wie sich Weihnachtsdessert-Zutaten auf das Krankheits- und Sterberisiko auswirken und welche Zutaten vielleicht sogar positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Mehr vorteilhafte Assoziationen

Die Autoren der Studie nahmen sich 48 Rezepte von Weihnachtsdesserts zur Hilfe, darunter Kuchen, Pasteten und „Christmas Pudding“. Die Rezepte wurden auf der Website der „The Great British Bake Off“ veröffentlicht, einer beliebten britischen Backsendung. Insgesamt wurden 178 Zutaten gefunden, die wiederum in 17 Zutatengruppen unterteilt wurden.

Durch Literaturrecherche konnten aus 46 Umbrella-Reviews 363 Assoziationen zwischen Zutaten von Weihnachtsdesserts und dem Krankheits-/Sterberisiko der Konsumenten gefunden werden. 149 (41%) der Assoziationen waren signifikant (110 negative und 39 positive Assoziationen).

Die häufigsten Zutatengruppen, die mit einem geringeren Risiko für Krankheiten oder Todesfälle assoziiert waren, waren Früchte (44 von 110), Kaffee (17 von 110), und Nüsse (14 von 110). Alkohol (20 von 39) und Zucker (5 von 39) waren hingegen die Zutaten, die am häufigsten im Zusammenhang mit einem erhöhten Krankheits- oder Sterberisiko im Zusammenhang standen.

Fazit und Limitationen

Insgesamt konnten die Studienautoren mehr negative Assoziationen zwischen Zutatengruppen und dem Krankheits- oder Sterberisiko finden. Es wird daher etwas Entwarnung gegeben: Zumindest Rezepte des „The Great British Bake Off“ könnten getrost zubereitet werden. Alkohol war in dieser Studie am häufigsten mit einem erhöhten Risiko für Krankheit und Tod assoziiert, weshalb die Autoren vorschlagen, alkoholhaltige Zutaten zu ersetzen. So könnte man beispielsweise beim Tiramisu den Amaretto weglassen und die Biskuitkekse ausschließlich in Milch oder Espresso tränken.

Die Autoren geben jedoch zu bedenken, dass die Studie einige Limitationen aufweist. Beispielsweise werden die relativen Anteile der Zutatengruppen in den jeweiligen Rezepten nicht berücksichtigt. Wichtig ist auch, dass sich die Studie auf Daten von bereits publizierten Umbrella-Reviews stützt. Letztere wiederum basieren auf bereits publizierten Metaanalysen. (Es handelt sich also um ein Umbrella-Review eines Umbrella-Reviews einer Metaanalyse, wie der Titel der Studie schon verrät.)

Quelle

Wallach JD, Gautam A, Ramachandran R, Ross JS. Association of health benefits and harms of Christmas dessert ingredients in recipes from The Great British Bake Off: umbrella review of umbrella reviews of meta-analyses of observational studies. BMJ 2023;383:e077166.