Fischöl für die Katz?

Die tägliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren ist für viele Menschen ein festes Ritual, um sich vor kardiovaskulären Erkrankungen zu schützen. Ob diese das Auftreten von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit einer koronaren Herzerkrankung verhindern können, wurde in einer aktuellen Metaanalyse untersucht.

Sie haben sicherlich schon einmal Fischöl-Kapseln abgegeben oder deren Einnahme für die Prävention von kardiovaskulären Ereignissen vorgeschlagen. Omega-3-Fettsäuren werden von der American Heart Association (AHA) empfohlen, um das kardiovaskuläre Risiko für Patienten, die bereits einen Herzinfarkt hatten, zu reduzieren. Deren Nutzen konnte in einer aktuellen Metaanalyse allerdings nicht belegt werden.

In die Metaanalyse wurden zehn Studien mit jeweils mindestens 500 Patienten eingeschlossen, in denen der Zusammenhang von Omega-3-Fettsäuren aus Meeresfisch und das Risiko für vaskuläre Ereignisse für mindestens ein Jahr untersucht wurde. Primäre Endpunkte waren schwere koronare Herzerkrankung, nichttödlicher Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere vaskuläre Ereignisse, Tod jeglicher Ursache und schwere vaskuläre Ereignisse in verschiedenen Subgruppen.

Insgesamt wurden die Daten von fast 78000 Patienten (Durchschnittsalter: 64 Jahre) ausgewertet. 66% der Patienten hatten eine koronare Herzerkrankung, 28% hatten bereits einen Schlaganfall erlitten und 37% waren Diabetiker.

Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren (226–1800 mg/d Eicosapentaensäure [EPA] und 0–1700 mg/d Docosahexaensäure [DHA]) hatte im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung keinen signifikanten Einfluss auf nichttödliche Herzinfarkte, tödliche oder nichttödliche Schlaganfälle und Revaskularisierungen. Auch gab es keinen signifikanten Einfluss auf schwere vaskuläre Ereignisse in einer der Subgruppen mit koronarer Herzerkrankung, Diabetes mellitus, hohen Cholesterolwerten oder Statineinnahme.

Verbesserte Therapie und Ernährung sind überlegen

In älteren Studien konnte den mehrfach ungesättigten Fettsäuren EPA und DHA ein geringer positiver Einfluss auf die Herzgesundheit nachgewiesen werden. Dass dieser Vorteil nun verschwunden ist, mag an der mittlerweile sehr effektiven Therapie von Herzerkrankungen mit Statinen, Betablockern, ACE-Hemmern, Thrombozytenaggregationshemmern etc. liegen. Vielleicht ist dies aber auch auf die veränderte Ernährungsweise mit einem höheren Fischkonsum zurückzuführen.

Die AHA wird ihre Empfehlungen vorerst wohl nicht ändern, derzeit werden noch die Ergebnisse von vier großen randomisierten Studien zur Supplementation mit Omega-3-Fettsäuren mit über 60000 Personen erwartet.

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