Lithium im Trinkwasser gegen Demenz

Lithium ist zum Beispiel bei ­bipolaren Störungen indiziert. Das Alkalimetall könnte jedoch nicht nur in therapeutischen Dosierungen Wirkung zeigen. Inzwischen verdichten sich Hinweise, dass bereits die viel geringeren Mengen im Trinkwasser positive Effekte auf die psychische Gesundheit haben. So ergab eine re­trospektive Assozia­tionsstudie aus Österreich, dass in Regionen mit höheren Lithium­leveln weniger Menschen Selbstmord verüben.
Eine aktuelle Fall-Kontroll-Studie untersuchte nun den möglichen Zusammenhang zwischen Lithiumspiegeln und Demenz. Die Forscher bestimmten die Lithiumkonzentrationen von 151 Trinkwasserproben aus ganz Dänemark. Den Registerdaten entnahmen sie die Information, wie lange jede Fall- bzw. Kontrollperson an welchem Ort gelebt hatte. So war es möglich, für jede Person eine mittlere Lithium-Exposition zu berechnen. Dieser Wert war für Personen, bei denen eine Demenz dia­gnostiziert wurde, signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollen. Allerdings zeigte sich ein nichtlinearer Zusammenhang. Dieser könnte Ausdruck der vielfältigen dosisabhängigen Effekte sein, die zu den neuroprotektiven Eigenschaften von Lithium beitragen.
Bis zu einem Einsatz von Lithium in Mikrodosen zur Primärprävention einer Demenz ist es jedoch noch ein weiter (Forschungs-)Weg.

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