WM 2026: Kopfbälle verursachen neuronale Schäden

28 Tore wurden bei der Weltmeisterschaft 2022 per Kopfball erzielt. Studiendaten belegen jedoch, dass der Kopfeinsatz neurologische Gefahren birgt. In einer aktuellen Studie wurde der Zusammenhang auf Biomarker-Ebene untersucht.

Gefahr im Amateur- und Profibereich

Heute Abend startet mit Mexiko gegen Südafrika das erste Gruppenspiel der Fußball-WM 2026. Dass der Profifußball mitunter gesundheitliche Risiken birgt, ist bekannt. Dabei lauern neben üblichen Sportverletzungen jedoch auch neurologische Gefahren, wie in verschiedenen Studien gezeigt wurde. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang auch ein erhöhtes Demenzrisiko diskutiert. Jüngste Untersuchung zeigen, dass die Auswirkungen auch vor Amateur-Fußballern keinen Halt machen und sich unmittelbar nach dem Spiel auf Biomarker-Ebene zeigen.

Biomarker nach Kopfeinsatz erhöht

Studienergebnisse aus 2023 mit ehemaligen Fußballprofis deuteten bereits darauf hin, dass Kopfbälle das Risiko für kognitive Einschränkungen im Alter erhöhen. In einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie wurden nun  Amateur-Fußballspieler untersucht. Die 302 Fußballspieler nahmen an organisierten Spielen teil, mit Blutabnahmen vor, unmittelbar nach und 24 bis 48 Stunden nach dem Spiel. In Video-Analysen wurde die Intensität und Häufigkeit der Kopfbälle unter die Lupe genommen. Aus den Blutproben wurden Biomarker gemessen, die Hinweise auf neuronale Schäden geben.

Für die Fußballspieler, die Kopfbälle einsetzten, zeigte sich nach dem Spiel je nach Intensität der Kopfbälle ein Anstieg der Biomarker S100B und p-tau217, mit einer „Dosis“-Wirkung-Beziehung. Der Biomarker-Anstieg normalisierte sich nach 24 bis 48 Stunden wieder. Der Autoren schlussfolgern eine akute Auswirkung von Kopfbällen auf die neuronale Integrität der Spieler.

Schutz für junge Spieler und Profis

In den USA sowie in England ist Kopfballtraining zumindest bei Kindern bereits stark eingeschränkt. Der DFB empfiehlt Kopfballtraining zwar erst im Jugendalter, ein generelles Verbot gibt es jedoch nicht. Seit 2019 müssen sich Profis der Erst- und Zweitligaklubs in Deutschland zudem jährlich einem Test zur Diagnose möglicher Hirnschäden unterziehen.

Quelle

Hoppen MI, Königs M, Teunissen CE, et al. Amateur Soccer Heading and Acute Elevations in Blood-Based p-Tau217 and S100B. JAMA Neurol. Published online May 18, 2026. doi:10.1001/jamaneurol.2026.1224.

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