Immer wieder werden Bedenken bezüglich Impfstoffen mit Aluminium als Adjuvans geäußert, obwohl diese seit einigen Jahrzehnten im Einsatz sind. Forscher aus Kanada nahmen die bestehende Evidenz unter die Lupe und fanden keinen konstanten Zusammenhang mit Langzeitfolgen.
Häufigstes Adjuvans kritisiert
Aluminiumsalz gilt als das weltweit am häufigsten eingesetzte Adjuvans für Impfstoffe und ist beispielsweise in Diphtherie-, Tetanus- oder Hepatitis-Impfstoffen enthalten. Dennoch kommen immer wieder Bedenken bezüglich möglicher Langzeitfolgen des Salzes auf. In einem systematischen Review wurde die bestehende Evidenz gesammelt und bewertet.
RCT und Kohortenstudien im Fokus
In die Analyse wurden 59 Studien zwischen 1971 und 2025 eingeschlossen, darunter 37 Fallserien, elf randomisiert-kontrollierte Studien (RCT), neun Kohortenstudien und zwei ökologische Studien. Ein Großteil der Studien (n = 33) schloss Kinder oder Jugendliche ein.
Die Ergebnisse aus RCT und großen Kohortenstudien zeigten keinen Zusammenhang zwischen Impfstoffen mit Aluminium und schweren oder Langzeitfolgen wie Asthma, Autismus-Spektrum-Störung oder anderen chronischen Erkrankungen. Studien zur makrophagischen Myofasziitis, einer seltenen Skelettmuskelerkrankung, bei der in der Vergangenheit ein Zusammenhang mit aluminiumhydroxidhaltigen Impfstoffen vermutet wurde, waren klein und methodisch limitiert, sodass hierzu keine zuverlässige Aussage über Kausalzusammenhänge getroffen werden konnte. Nach der Verabreichung von Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Impfstoffen wurden vereinzelt lokal begrenzte, persistente Noduli oder Granulome beobachtet (<1%, selbstlimitierend; moderate bis geringe Sicherheit). Für häufige unerwünschte Ereignisse wie Kopfschmerzen oder Myalgie konnte in RCT keine konstante Risikoerhöhung festgestellt werden.
Keine langfristigen Folgen
Insgesamt stützen die Studienautoren ihre Schlussfolgerungen hauptsächlich auf randomisiert-kontrollierten Studien und Kohortenstudien, da die meisten Fallserien und ökologischen Studien ein kritisches Verzerrungsrisiko hatten. Dabei gab es keine Kausalzusammenhänge zwischen Aluminium-Impfstoffen und schweren oder längerfristigen gesundheitlichen Ereignissen. Am häufigsten wurden persistente Noduli oder Granulome dokumentiert, bei denen es sich um lokal begrenzte und selbstlimitierende hypersensitive Reaktionen handelte.
Quelle
Doyon-Plourde P, Chong J, Abrams EM, et al. Aluminium adjuvants in vaccines and potential health effects: systematic review. BMJ. 2026;393:e088921. Published 2026 May 6. doi:10.1136/bmj-2025-088921.
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