Fasten oder spezielle Diäten bei Tumorerkrankungen? Eine klare Absage erteilt die aktualisierte S3-Leitlinie zur onkologischen Ernährungsmedizin dem Mythos vom Nutzen diverser Krebsdiäten.
Tag der gesunden Ernährung
Am 7. März ist Tag der gesunden Ernährung. In Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz steht heute das im Fokus, was bei uns auf den Tellern landet. Damit soll das enorme gesundheitliche Potenzial, das in einer bewussten Lebensmittelauswahl liegt, mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Eine ausgewogene Ernährung ist auch bei Erkrankungen bedeutsam. Denn der Ernährungszustand beeinflusst den Krankheitsverlauf und die Therapie, etwa bei Krebs.
Ernährungsempfehlungen für Tumorpatienten
Grundsätzlich besteht bei Patienten mit einer onkologischen Erkrankung kein Unterschied bezüglich Gesamtenergie- oder Vitamin- und Mineralstoffbedarf, lautet der Konsens der aktualisierten S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Onkologie“ im onkologischen Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft.
Allerdings sollen alle Patienten mit einer onkologischen Erkrankung frühzeitig bei Diagnosestellung und wiederholt im Therapieverlauf ein Screening auf Mangelernährung erhalten. Denn viele verlieren durch die Krebserkrankung oder -therapie Gewicht. Gerade hier stellen viele sogenannte Krebsdiäten ein hohes Risiko dar, das für Krebspatienten tödliche Folgen haben kann.
Weder ketogen noch fasten
Konkret beinhaltet die Leitlinie evidenzbasierte Statements zu verschiedenen Ernährungsformen. Demnach schränken sogenannte Krebsdiäten die Ernährung ein und bergen das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust. Dazu zählen Fasten, ketogene und Low-Carb-Diäten sowie die Diäten nach Budwig und Breuß. Für vegetarische oder vegane Ernährung fehlt derzeit noch die Evidenz, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen.
Ernährung bei operativer Tumortherapie
Das neue Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie empfiehlt eine Erhebung des Ernährungsstatus vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen. Ist abzusehen, dass mehrere Tage nach der Operation keine feste Nahrung möglich ist, soll künstliche Ernährung Anwendung finden. Präoperativ und bei hohem Risiko – etwa bei starkem Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit – ist zunächst eine Ernährungstherapie angeraten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt.
MMP-Webinar zu Frauengesundheit: Ernährung & Nahrungsergänzungsmittel
Am 10. März 2026 um 20:00 wird Prof. Dr. Martin Smollich, Lübeck, Lebensphasen und Erkrankungen von Frauen unter die Lupe nehmen, die relevante ernährungsmedizinische Aspekte mitbringen. Er gibt Tipps zur Ernährung bei polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS), Endometriose, prämenstruellem Syndrom (PMD) und in der Perimenopause. Melden Sie sich hier an!
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM). S3-Leitlinie onkologische Ernährungsmedizin aktualisiert: keine Empfehlungen für Krebsdiäten. Pressemitteilungs-Archiv 2/2026. (Zugriff am 03.03.2026).
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH). Leitlinienprogramm Onkologie. S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Onkologie (Langversion). Version 1.0 – Januar 2026. AWMF-Registernummer: 073 – 006OL (pdf) (Zugriff am 03.03.2026).
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