Schwangerschaft: Vitamin D gegen frühkindliche Karies?

In einer prospektiven Kohortenstudie stand die Vitamin-D-Versorgung von Schwangeren in Zusammenhang mit der Zahngesundheit des Nachwuchses.

Wichtig für Zähne und Knochen

Besonders in den Wintermonaten rückt Vitamin D als Nahrungsergänzungmittel in den medialen Fokus. Das Vitamin ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und reguliert unter anderem den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, was Auswirkungen auf die Knochenstabilität und Zahngesundheit hat. In einer prospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, ob ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft auch der Zahngesundheit des ungeborenen Kindes schadet und frühkindliche Karies begünstigt.

Häufiger Karies bei Vitamin-D-Mangel

In die chinesische Studie wurden 4109 Mütter zwischen 18 und 45 Jahren zusammen mit ihrem Nachwuchs eingeschlossen. Das mittlere Alter der Frauen betrug 29 Jahre. Die Frauen wurden neben gesundheitlichen Befragungen auch Blutabnahmen unterzogen, aus denen der 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel zum ersten, zweiten und dritten Trimester der Schwangerschaft bestimmt wurde. Der Nachwuchs wurde ebenfalls regelmäßig gesundheitlich untersucht.

Zum Zeitpunkt ihrer letzten zahnärztlichen Untersuchung hatten 960 (23%) der Kinder zwischen 1 und 6 Jahren frühkindliche Karies. Dabei waren die maternalen 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel bei Kindern mit frühkindlicher Karies signifikant geringer als bei Kindern ohne Karies im zweiten (26,9 vs. 28,7 ng/ml; p=0,001) und dritten Trimester (26,1 vs. 30,6 ng/ml; p=0,001). Für das erste Trimester lagen keine Unterschiede vor. Außerdem wurde in der Gruppe mit frühkindlicher Karies häufiger ein maternaler Vitamin-D-Mangel im zweiten und dritten Trimester gefunden.

Kausalität nicht nachweisbar

Insgesamt waren höhere maternale 25-Hydroxy-Vitamin-D-Spiegel in dieser prospektiven Kohortenstudie mit einem geringeren Risiko für frühkindliche Karies assoziiert. Ob hier ein Kausalzusammenhang besteht, bleibt allerdings unklar. Die Aussagekraft der Studienergebnisse wird außerdem dadurch limitiert, dass Daten zu potenziellen Störfaktoren wie die Vitamin-D-Zufuhr der Kinder, Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta, Zuckeraufnahme oder familiäre Kariesanamnese fehlten.

Quelle

Xu N, Chen Z, Wang B, et al. Vitamin D Levels During Pregnancy and Dental Caries in Offspring. JAMA Netw Open. 2025;8(12):e2546166. Published 2025 Dec 1. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.46166.

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