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Krebsrezidiv mit Metastasen im frühen Lebensalter

Wie häufig kommt es zu einem metastasierten Rezidiv nach vorheriger Krebserkrankung und welche Unterschiede gibt es? Diese Frage stellten sich US-amerikanische Forscher in einer Metanalyse mit rund 50.000 Patientendaten.

Zahl der Krebsüberlebenden steigend

Durch verbesserte Diagnosemöglichkeiten, Therapien und supportive Maßnahmen ist die Zahl der Krebsüberlebenden in den letzten Jahren gestiegen. Dennoch kommt es nach Heilung einer Krebserkrankung regelmäßig zu einem Rezidiv mit Metastasen. In einer retrospektiven Kohortenstudie mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen wurde die kumulative Inzidenz eines metastasierten Rezidivs nach vorheriger nichtmetastasierter Krebserkrankung bestimmt.

Risiko abhängig von Tumorentität

In die Analyse wurden Daten von 48.406 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 39 Jahren aus dem California Cancer Registry eingeschlossen. Das mediane Follow-up lag bei 6,7 Jahren und 67,4% der Patienten waren weiblich. 43.935 der Patienten waren zum Zeitpunkt der Diagnose an nichtmetastasiertem Krebs erkrankt, 4471 an einer metastasierten Krebsform. Bei 9,5% der Patienten bildeten sich nach der nichtmetastasierten Ersterkrankung im Verlauf Metastasen.

Die kumulative 5-Jahresinzidenz eines metastasierten Rezidivs bei vorheriger nichtmetastasierter Krebserkrankung lag bei 24,5% für Patienten mit Sarkomen, gefolgt von 21,8% beim Kolorektalkarzinom. Beim Zervixkarzinom und bei Brustkrebs lag die kumulative 5-Jahresinzidenz bei 16,3% bzw. 14,7%. Je höher das Krankheitsstadium zur Diagnose der Krebserkrankung, desto höher war auch die 5-Jahresinzidenz eines metastasierten Rückfalls. Die kumulative 5-Jahresinzidenz nahm für das Zervixkarzinom im Laufe der Zeit zu, während sie für Kolorektalkarzinome im Laufe der Zeit abnahm. Insgesamt war die Überlebenschance beim metastasierten Rezidiv für die untersuchten Tumorentitäten schlechter als bei metastatischer Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose; ausgenommen von diesem Trend waren Hodenkrebs und Schilddrüsenkrebs.

Auftretungszeitraum relevant für Prognose

Darüber hinaus unterschieden sich die Überlebenschancen je nach Auftretungszeitraum der Metastasen: Bei Patienten mit Brust- oder Zervixkarzinom war ein metastasiertes Rezidiv 24 Monate oder später nach der Diagnose mit einer besseren Prognose assoziiert als ein frühzeitiges Rezidiv (Hazard-Ratio [HR] 0,62 bzw. 0,74). Bei Hoden- und Schilddrüsenkrebs lagen gegenteilige Effekte vor; hier führte eine spätere Metastasierung zu einer schlechteren Prognose (HR 1,84 bzw. 2,89).

Den Studienergebnissen zufolge hängt die Inzidenz eines metastasierenden Rezidivs neben der Tumorentität von anderen Faktoren wie vom Krankheitsstadium ab. Die Studiendaten zeigen die medizinische Relevanz einer metastasierenden Erkrankung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und tragen zum klinischen Wissen potenzieller Verläufe bei.

Quelle

Brunson A, Wun T, Abrahão R, et al. Metastatic Recurrence Among Adolescents and Young Adults With Cancer. JAMA Oncol. Published online November 26, 2025. doi: 10.1001/jamaoncol.2025.4971.

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Foto: annamaria – stock.adobe