Kann eine Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie die Inzidenz von Magenkrebs und magenkrebsbedingte Mortalität senken? Eine aktuelle Metaanalyse untermauert die These, sowohl für gesunde infizierte Personen als auch infizierte Patienten mit frühem Magenkrebs.
Helicobacter pylori und die Folgen
Das Bakterium Helicobacter pylori (Hp) siedelt sich im Magen an, meist in der Kindheit. Die Infektion kann symptomlos blieben, aber auch eine chronische Entzündung der Magenmukosa zur Folge haben. Sie wird mit der Entstehung eines peptischen Ulkus, von Adenokarzinomen des Magens, Magenlymphomen, autoimmuner Gastritis und symptomatischer Dyspepsie in Verbindung gebracht. Die Prävalenz der Hp-Infektion liegt in Deutschland bei etwa 30%, weltweit ist fast jeder zweite Mensch infiziert. Die Eradikation könnte die Entstehung dieser Erkrankungen eindämmen. Dafür spricht: Wurde sie einmal erfolgreich durchgeführt, folgt in der Regel keine erneute Infektion.
Aktuelle Metaanalyse
Forscher werteten in einer Metaanalyse elf randomisierte kontrollierte Studien (RCT) und 13 Beobachtungsstudien zur Eradikationstherapie von Helicobacter pylori und der Inzidenz und Mortalität von Magenkrebs aus. Insbesondere eine chinesische Studie aus dem Jahr 2024 mit über 100.000 Teilnehmern erhöhte die Stichprobengröße bisher vorliegender Daten.
In der Zusammenfassung aller RCT-Daten für Hp-infizierte Personen sowohl mit als auch ohne Magenneoplasie ergab sich eine Magenkrebserkrankung bei 1,0 % von 30.692 Probanden unter Eradikationstherapie und bei 1,5 % von 29.777 Teilnehmern ohne Behandlung. Die Analyse ergab, unabhängig von der untersuchten Population, eine Verringerung um 39% des relativen Risikos (RR) für das zukünftige Auftreten von Magenkrebs bei den Probanden mit Eradikationstherapie im Vergleich zu denen ohne.
Die Beobachtungsstudien zeigten bei Hp-positiven Probanden ohne Magenneoplasie ein RR für die Entstehung von Magenkrebs von 0,56 und bei Patienten mit Magenneoplasie, die sich einer endoskopischen Schleimhautresektion unterzogen, ein RR von 0,19. Die Zusammenfassung aller Beobachtungsstudien ergab eine Verringerung um 47% des RR für Magenkrebs bei Hp-positiven Probanden mit Eradikationstherapie.
Vorteil bestätigt
Die Studienautoren sehen in den Ergebnissen eine Bestätigung dafür, dass die Eradikation bei Menschen mit Hp-Infektion Magenkrebs verhindern kann. Es gab eine Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen von RCTs und Beobachtungsstudien.
Für Länder, in denen ein hohes Risiko für Magenkrebs vorliegt, empfehlen sie, Screenings und Therapiemaßnahmen für Hp-Infektionen in Betracht zu ziehen. Bislang gibt es in keinem Land der Welt solch ein nationales bevölkerungsbasiertes Programm.
Quelle
Ford AC, Yuan Y, Park JY, Forman D, Moayyedi P. Eradication Therapy to Prevent Gastric Cancer in Helicobacterpylori-Positive Individuals: Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials and Observational Studies. Gastroenterology. 2025 Aug;169(2):261-276. doi: 10.1053/j.gastro.2024.12.033. Epub 2025 Jan 15. PMID: 39824392.
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